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TERROR Spuren im Netz

aus DER SPIEGEL 12/2007

Unter Sicherheitsfachleuten verstärkt sich die Vermutung, dass hinter der Entführung der Deutschen Hannelore K. und ihres Sohnes im Irak eher terroristische und nicht nur rein kriminelle Motive stecken. »Wir gehen von einem terroristischen Hintergrund aus«, heißt es inzwischen aus Kreisen der Innenminister. Nach Aussagen von Sicherheitsbehörden spricht dafür vor allem, dass die Entführer in ihrer Internet-Videobotschaft die politische Diskussion in Deutschland um den Afghanistan-Einsatz referierten. »Da hat jemand seine Hausaufgaben genau erledigt«, so ein hochrangiger Regierungsbeamter. Den Handy-Kontakt zur Familie der Geiseln in Deutschland hatten die Entführer dagegen abgebrochen. Auch ein zweites, nicht einmal einen Tag später auf derselben Internet-Seite aufgetauchtes Video, das sich an die Regierungen von Deutschland und Österreich wendet, greift den Afghanistan-Einsatz auf. Am Freitag vergangener Woche wandten sich die Angehörigen der Verschleppten - ebenfalls per Video - an die Geiselnehmer.

Es gilt allerdings als Indiz für die Ratlosigkeit der Sicherheitsbeamten, dass sich zuvor Bundespräsident Horst Köhler öffentlich an die Entführer gewandt hatte. Eine neue Internet-Fahndungseinheit im Berliner Terrorabwehrzentrum verfolgt derweil die Spuren der Hersteller beider Videos auf der Internet-Seite der »Globalen Islamischen Medien Front«. Womöglich wurde eine der Botschaften in Österreich erstellt. Der Server, von dem aus die Inhalte abgerufen werden können, steht in den USA.

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