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Briefe

Staatlich verordneter Konsumdruck
aus DER SPIEGEL 43/1997

Staatlich verordneter Konsumdruck

Nr. 41/1997, Automobile: Wem nützen strengere Abgasnormen?

Zwei Drittel aller Wege (im Ruhrgebiet) liegen unter 5 Kilometer, die Hälfte sogar unter 3 Kilometer. Die Mobilität spielt sich zu enormen Prozentsätzen innerhalb von Städten ab. Dafür wird kein Auto benötigt. Der vielgepriesene Kat ist auf solch kurzen Strecken ineffektiv. Er erhöht sogar den Verbrauch. Der prognostizierte weltweite Anstieg auf 2,5 Milliarden Autos im Jahre 2030 wird den momentanen Autohorror in bislang unvorstellbaren Umwelt- und Lebensraumkatastrophen enden lassen.

ESSEN STEPHAN NÄSER

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Die beschlossene »politische Alterung« aller alten - und alt werdenden - Autos ist in meinen Augen staatlich verordneter Konsumdruck. Umweltfreundliches Verhalten, wie das eigene Auto selten zu benutzen und das gute (und teure) Stück möglichst lange zu erhalten, wird durch die schadstoffabhängige Besteuerung weder gefördert noch honoriert. Übrigens, der Versuch, meinen 13 Jahre alten Wagen mit einem geregelten Katalysator nachzurüsten, entwickelt sich zu einem unangenehmen bürokratischen Hürdenlauf. Ungleich bequemer ist - wen wundert es - der Kauf eines Neuwagens.

GÖTTINGEN JULIAN MEYER

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