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Pfadfinder Staatszuschüsse für rechte Spiele

aus DER SPIEGEL 21/1995

Der wegen rechtsradikaler Umtriebe umstrittene Pfadfinderbund Süd genießt in Baden-Württemberg seit Jahren besondere staatliche Zuwendung. Seit 1991 flossen allein aus dem Landeshaushalt über 200 000 Mark. Geschäftsführer Dieter Scholtz wurde überdies in die »Kommission Verwaltungsvereinfachung in der Jugendarbeit« des damaligen Kultusministers und heutigen Finanzministers Gerhard Mayer-Vorfelder (CDU) berufen. Erst jetzt sperrte das Kultusministerium die Zuschüsse für die Pfadfinder. Denn gegenwärtig ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Scholtz und acht weitere Führungsfiguren wegen Volksverhetzung. Die Ermittler hatten bei Hausdurchsuchungen diverse Schriften gefunden, in denen die Judenvernichtung in Nazi-Deutschland geleugnet wird. Der Vorwurf, die Rechtsaußen-Pfadfinder betrieben auch wehrsportähnliche Aktivitäten, ist den Behörden indessen seit langem bekannt. CDU-Mitglied Scholtz aber darf weiter an seiner Hauptschule unterrichten.

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