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Briefe

STABILER PREIS
aus DER SPIEGEL 31/1960

STABILER PREIS

Der Plan der deutschen Winzer, den Wein knapp und damit teuer zu halten, ist betriebswirtschaftlicher Unsinn. Jede Geschmacksänderung in der exklusiven Schicht, an die der Wein verkauft werden soll, muß die Winzer in den Bankrott treiben. Viel wichtiger als Marktordnung und Weinberg-Katasteramt sind Rationalisierungsmaßnahmen.

Koblenz

WERNER REHL

Dem Winzervolk, für das ich spreche, geht es nicht um hohe, sondern um auskömmliche Preise und die Sicherung seiner Existenz. Weinversteigerungspreise sind nicht Winzerpreise, und an dem, was der Konsument zahlt, hat der Winzer nur einen Anteil. Die gehobene Kaufkraft der Weinkonsumenten kommt zwar auch dem Weinbau zugute, die Erzeugungskosten aber steigen, steigen und steigen. Ein Jahrhundertwein wie der 1959er gibt eine Stütze. Es gibt aber nicht nur gute Jahrgänge, es gibt auch mindere Jahre. Es gibt auch Katastrophen! Manchmal zerstört eine einzige Frostnacht die ganze Hoffnung des Jahres. Manchmal sind es Schädlinge, Krankheiten, schlechtes Blütewetter und anderes mehr. Der deutsche Weinbau hat Risiken, die der Süden nicht kennt und die auch den Handel kaum berühren. Die parlamentarischen Bemühungen sollen deshalb dem Winzer nicht »überhöhte«, sondern »stabile« Preise sichern und damit auch den Fortgang der Existenz.

Bonn

JAKOB DIEL

MdB

CDU-MdB Diel

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