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EUROKRATIE Stau in Sarajevo

aus DER SPIEGEL 50/1998

Als Hemmschuh beim Aufbau in Bosnien-Herzegowina erweist sich die Brüsseler Eurokratie. In diesem Jahr kann ein Fünftel der für 1998 geplanten Hilfsgelder von insgesamt rund 200 Millionen Mark nicht abfließen. Der Grund: Die zuständige Vergabestelle wurde im Juni von Brüssel nach Sarajevo verlegt - mit dem Ziel, Aufbauprojekte zu beschleunigen. Sie darf sich aber neun Monate »Übergangszeit« lassen, ehe sie voll arbeitsfähig sein muß. Deswegen, klagen Hilfsorganisationen, fallen kaum noch Entscheidungen. Zudem bremst immenser Aufwand für fragwürdige Statistiken die Helfer. So verlangt die EU exakte Angaben, wie sich der Kauf von Baumaterial auf das Sozialprodukt auswirkt und wie viele Arbeitsstunden für die Herstellung der einzelnen Stoffe in Bosnien anfallen. »Wer weiß denn schon«, schimpft ein deutscher Projektleiter, »wie viele Mannstunden Arbeit in einer Kloschüssel stecken oder wieviel Sozialprodukt ein Fensterrahmen bringt?«

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