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Stehimbiß auf japanisch

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aus DER SPIEGEL 39/1983

Die gehobene Schnellimbiß-Szene, beliebter Lunch-Treff für Angestellte aus Kanzleien, Werbe-, Bank- und Versicherungsbüros, wird zunehmend exotisch. Nicht nur immer mehr Spanier, Italiener und Griechen wenden sich in westdeutschen Großstädten der »schnellen Gastronomie« zu, in München gibt's auch schon die Imbißstube auf japanisch. In der Schwabinger Amalienstraße 42 eröffnete der Kunsthändler und Ars-Japonica-Importeur Giulio de Leo die erste »Sushi«-Bar - von Japan-Schwärmern und figurbewußten Schlemmern wegen der kalorienarmen, aber vitamin- und eiweißreichen traditionellen Delikatessen besonders geschätzt. Hinter dem Tresen, vor dem gerade acht Esser Platz finden, hantiert Sushi-Meister Abe Takayuki aus Tokio: Aus gesäuertem Reis formt er mundgerechte Häppchen, die er mit einem Stück marinierten Oktopus, einem Scampi, einer Auster mit Eierstich oder Kaviar belegt und, garniert mit eingelegtem Ingwer und fadendünn geschnittenen Gurken-, Rettich- oder Kürbisstreifen in einem schwarzen Lackkästchen zu einem eßbaren Kunstobjekt arrangiert. Die Eat-art-Häppchen, zu denen Tee oder Sake gereicht wird, werden mit Stäbchen oder mit den Fingern gegessen. Auf Bestellung könne sie auch in weißen Lackschachteln nach Hause oder ins Büro genommen werden.

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