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Strahlen-See im Ural

aus DER SPIEGEL 19/1991

Von bislang unbekannten Spätfolgen einer nuklearen Umweltkatastrophe im Distrikt Perm im Ural haben Mitglieder einer vor einem Monat gegründeten sowjetischen Öko-Kommission französischen Journalisten berichtet. 1976 habe das sowjetische Energieministerium drei Atombomben von insgesamt 15 Kilotonnen Sprengkraft etwa 300 Kilometer nördlich von Perm gezündet, um die Trasse für einen Kanal vorzubereiten. Der parteilose Volksdeputierte Jewgenij Jasterow behauptet, eine »radioaktive Wolke« habe sich nach den Sprengungen 4000 Kilometer über den nordöstlichen Ural hingezogen. Am Ort der Explosion, der nach wie vor unter strikter Überwachung des verantwortlichen Ministeriums stehe, sei ein 600 mal 400 Meter großer und 12 Meter tiefer See übriggeblieben. Eine 1988 von Fachleuten erstellte Studie habe festgestellt, daß der im Gegensatz zu den trüb braunen Gewässern der Umgebung »intensiv blaue« See große Mengen Radioaktivität abgebe, die weit über internationalen Unbedenklichkeitsempfehlungen liegen.

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