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Umwelt Strahlendes Wasser

aus DER SPIEGEL 4/1995

Badische Bürger fürchten eine Gesundheitsgefährdung durch radioaktiv belastetes Trinkwasser. Grund: Die Bodensee-Wasserversorgung will nahe des Kernforschungszentrums Karlsruhe jährlich 10 Millionen Kubikmeter Grundwasser fördern. Doch die Atomlabors schütten pro Jahr über 150 000 Kubikmeter radioaktiv kontaminiertes Abwasser in einen Seitenarm des Rheins, darin enthalten etwa Strontium 90 und Cäsium 137. Im Fluß-Schlamm sammelt sich hochgiftiges Plutonium, im Grundwasser finden sich Spuren des radioaktiven Tritiums. Doch der Technische Geschäftsführer der Trinkwassergesellschaft, Hans Mehlhorn, sieht einstweilen »kein Risiko«. Falls Messungen ein solches ergäben, müsse eben der Atom-Abwasserkanal verlegt werden. Dies werde das Forschungszentrum »sicher nicht machen«, sagt Sicherheitschef Manfred Urban. Strahlengefahr bestünde ohnehin fort: Das Atom-Institut bläst aus 30 Kaminen radioaktive Abluft; strahlende Reste davon wurden schon im Grundwasser nachgewiesen.

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Geplante Trinkwasser-Entnahmestelle u. Kernforschungszentrum Karlsruhe

[GrafiktextEnde]

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