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Streit um Anzeigen

aus DER SPIEGEL 6/1976

Zwischen SPD-Geschäftsführer Holger Börner und dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ist ein heftiger Streit ausgebrochen. Römer hat den Verband aufgefordert, »dafür Sorge zu tragen, daß sich die im Landtagswahlkampf Nordrhein-Westfalen deutlich gewordene einseitige Wahlkampfhilfe von Zeitungsverlagen gegen die SPD nicht wiederholt«. In NRW hatten sich einige Zeitungen geweigert, SPD-Anzeigen mit Zitaten aus der Sonthofener Strauß-Rede abzudrucken, wenn die SPD nicht bereit sei, auch die Kosten für eventuelle Gegendarstellungen zu ersetzen. In seinem Schreiben beruft sich Römer auf eine Resolution des Presserats, wonach die Zeitungen »bei Wahlanzeigen der demokratischen Parteien den Grundsatz der Chancengleichheit« wahren sollen. Die Verleger pochen dagegen auf ihr Recht, Anzeigen, bei denen sie Gegendarstellungen befürchten, zurückzuweisen. Zudem werfen sie der SPD vor, mit ihren Plänen, sich Minderheitsbeteiligungen an regionalen Verlagen zu sichern und gleichzeitig Betriebs- und Stadtteil-Blätter herauszubringen, wolle die Partei durch »äußeren Druck die Zeitungen zu gefügigen Werkzeugen« machen. Beide Seiten wollen in einem Gespräch versuchen, die Kontroverse beizulegen.

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