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Hausmitteilung Streitgespräch / Titel / »Dein SPIEGEL«

aus DER SPIEGEL 8/2011
Spörl, Kelek, Bahners, Beyer

Spörl, Kelek, Bahners, Beyer

Foto: MAURICE WEISS / DER SPIEGEL

In der eher konservativen »Frankfurter Allgemeinen« hat die türkischstämmige Soziologin Necla Kelek, 53, bereits mehrmals kritische Thesen über den Islam veröffentlicht. Doch deren Feuilletonchef Patrick Bahners, 44, nimmt nun in seinem neuen Buch »Die Panikmacher« nicht zuletzt Kelek ins Visier: Sie sei mitverantwortlich für den neuen Fremdenhass. Die SPIEGEL-Redakteure Susanne Beyer, 41, und Gerhard Spörl, 60, luden die beiden zum Streitgespräch und wunderten sich darüber, dass Bahners und Kelek sich noch nie getroffen und kaum je miteinander gesprochen hatten. Kelek zögerte zunächst, die erste persönliche Auseinandersetzung mit Bahners öffentlich zu führen; dessen Buch habe sie »sehr verletzt«. Der »FAZ«-Mann räumte immerhin ein, dass Kelek die Islam-Debatte vorangebracht habe. »Warum haben Sie das denn nicht in Ihrem Buch geschrieben?«, konterte die Autorin (Seite 124).

Wahrhaftigkeit sollte seine Maxime sein - doch seit der Verdacht naheliegt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg, 39, bei seiner Doktorarbeit mogelte, hat der Ruf des Verteidigungsministers Schaden genommen. Tag für Tag präsentierten Rechercheure vorige Woche neue Belege dafür, dass der adlige Oberfranke wohl dutzendfach Textpassagen anderer Autoren ohne Quellenangabe kopiert, vulgo: geklaut hat. Auf die Suche nach Diebesgut machten sich auch Mitarbeiter der SPIEGEL-Dokumentation. Sie suchten nach Übereinstimmungen zwischen Milliarden von Web-Seiten und der Arbeit des Freiherrn. Ein Dokumentar entlarvte beispielsweise eine nahezu vollständige Textidentität zwischen einem längeren Abschnitt bei Guttenberg und einem Werk des Historikers Hagen Schulze, 67. Zusätzliche Hilfe bot die menschliche Schwarmintelligenz. Eine Web-Community installierte spontan ein Guttenberg-Plagiat-Wiki (http://de.guttenplag.wikia.com). Bis Freitagabend 18 Uhr sammelten die SPIEGEL-Leute über 60 des Plagiats hochverdächtige Stellen. Hauke Janssen, 52, Leiter der SPIEGEL-Dokumentation, hat einen »Abgrund an Schummelei« ausgemacht. Das Titelbild zeigt den Minister bei einer Fabelstunde: Vor Berliner Schulkindern hatte er im Juli 2009 das Märchen von Hans im Glück vorgetragen (Seite 20).

Für den Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, 47, war es das erste Interview, das er Kindern gab. »Wer hat mehr Macht - die Kanzlerin oder Sie?«, wollten die Kinderreporter Dominik, 12, und Panagiota, 11, im Auftrag von »Dein SPIEGEL«, dem Nachrichten-Magazin für Kinder, wissen. Für das Dienstag erscheinende Heft befragten junge Reporter auch Lena Meyer-Landrut, 19, die Siegerin des Eurovision Song Contest 2010 und deutsche Teilnehmerin beim Contest 2011. Außerdem im Heft: Leseempfehlungen zu Neuerscheinungen auf der Leipziger Buchmesse und ein Stück über den Fußballer Gerald Asamoah, 32, vom FC St. Pauli. Ebenfalls am Dienstag erscheint SPIEGEL WISSEN mit dem Titel »Das überforderte Ich«. Millionen Menschen in Deutschland, so dokumentiert das neue Heft, sind seelisch erschöpft, viele leiden unter dem Burnout-Syndrom. SPIEGEL-Redakteure haben recherchiert, welche Wege aus der Lebenskrise führen.

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