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Stunde der Bewährung

aus DER SPIEGEL 32/1972

Der UdSSR-Geheimdienst KGB sieht bei Münchens Olympischen Spielen »die Ehre des sowjetischen Menschen und Bürgers in Gefahr. In einem Beitrag für das Fachblatt »Leichtathletik, das vom Komitee für Körperkultur und Sport herausgegeben wird, mahnte KGB-Generalmajor Alexander Schurepow Trainer und Funktionäre zur Wachsamkeit. Auszug: M an denke nur daran, daß

unsere Sportler und Touristen während der Olympischen Spiele in Melbourne und Rom von Provokateuren und Sowjet-Gegnern buchstäblich umgeben waren. Die Bemühungen der Feinde. bei den Sowjetbürgern Unterstützung zu finden, scheiterten jedoch. Ich bin überzeugt. daß München darin keine Ausnahme sein wird. Unsere ideologischen Feinde wollen dort ein ganzes Heer von Verleumdern und Provokateuren verschiedener Ränge und Formen konzentrieren, deren schändliche Aktivitäten vor allem gegen unsere Sportjugend gerichtet sind. Spezialeinheiten des hauptsächlichen ideologischen Gegners und antisowjetische Auslandsorganisationen planen, die Olympischen Spiele 1972 dafür zu benutzen, feindliche Aktionen gegen sowjetische Bürger und Vertreter anderer sozialistischer Staaten durchzuführen. Aber es muß betont werden, daß diese Organisationen nicht die Meinung des amerikanischen und des deutschen Volkes verkörpern ... Wir sollten uns vergegenwärtigen, daß den Nationalmannschaften auch 15- und 16jährige angehören -- Jungen und Mädchen, die dem geschmeidigen Material einer Skulptur am meisten gleichen. Mit ihnen kann alles gemacht werden, und darum hängt es von uns ab, ob sie in der Stunde ihrer Bewährung ein Gefühl des sowjetischen Patriotismus an den Tag legen und ihre Ehre nicht verlieren.«

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