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SCHULEN Stures Büffeln

aus DER SPIEGEL 8/1997

Der Mathematik- und Naturwissenschaftsunterricht an deutschen Schulen ist phantasielos, setzt zu sehr auf stures Büffeln und zuwenig auf kreative Lösungen. Derart schlechte Noten erteilt eine OECD-Studie, in der die Schülerleistungen in 41 Ländern verglichen werden. Ende vergangenen Jahres war vorab bekannt geworden, daß bei dem internationalen Vergleich die deutschen Pennäler im Rechnen nur unteres Mittelmaß erreichten. Der deutsche Teil der Studie, der unter anderem vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung geliefert wurde und am Dienstag dieser Woche in Berlin vorgestellt wird, nennt nun auch die Gründe für die mangelhaften Rechenkünste: Die Pädagogen seien schlecht. »Deutsche Lehrer unterrichten mit einem geringeren Anspruch als ihre japanischen Kollegen«, heißt es in der Studie. Mathematik-Unterricht in Deutschland sei eher »Wissenserwerbsunterricht«, der auf »Beherrschung von Verfahren« ziele. Japan setze dagegen auf »Problemlöse-Unterricht«. Dieser schule »mathematisches Verständnis und mathematisches Denken« und zeichne sich zudem durch »intelligente Formen des Anwendens und Übens aus«. Deutsche Lehrer, die im Vergleich mit ihren Kollegen in anderen Ländern nicht nur als hoch bezahlt, sondern auch als »qualifizierter« und »kaum überlastet« gelten, würden zudem »sehr stark an natürliche Begabungen für Mathematik« glauben; sie kümmerten sich vor allem um Schüler, die auf dem Gebiet ohnehin firm seien, und förderten Durchschnittsbegabungen nicht ausreichend.

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