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Hausmitteilung Syrien / Erlemann / Fichte / Rechtschreibung

aus DER SPIEGEL 11/2021
Reuter in Syrien 2012

Reuter in Syrien 2012

Schon 2011 sagte ein alter syrischer Bauer nach der Beerdigung eines erschossenen Bäckers zu Reporter Christoph Reuter: »Baschar wird so viele töten lassen, wie die Welt ihn töten lässt.« Gemeint war Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Und was damals nach düsterer Furcht klang, wurde zur akkuraten Prognose. Seit zehn Jahren zerreißt der Konflikt das Land, Reuter berichtete auf zwei Dutzend Reisen über die Anfänge, die Schlachten, den »Islamischen Staat«, die Interventionen anderer Mächte. Er habe keinen anderen Krieg erlebt, der mit solcher Brutalität geführt worden sei, berichtet der Reporter: »Assad hat gegen weite Teile der eigenen Bevölkerung militärisch gesiegt, aber dafür zerstört, worüber er herrschen will.« Nun halte kaum mehr als Angst zusammen, was übrig geblieben sei von Syrien. zum Artikel 

Johannes Erlemann war elf, als drei Männer ihn überfielen und verschleppten. Die Entführung des Millionärssohns aus Köln jährt sich nun zum 40. Mal, im kommenden Jahr soll der Fall verfilmt werden. Spiegel-Redakteur Alexander Kühn wollte Erlemann dazu interviewen. Der hatte einen anderen Vorschlag: Er wolle erstmals seit der Entführung an den Ort zurückkehren, an dem er 14 Tage lang in einer Kiste gefangen gehalten wurde – Kühn könne ihn gern dabei begleiten. Der Ausflug begann in fast heiterer Stimmung, so Kühn, »am Ende war Erlemann jedoch erschüttert von den eigenen Erinnerungen«. zum Artikel 

Supp, Göring bei Mechterstädt

Supp, Göring bei Mechterstädt

Foto: Maurice Weiss / DER SPIEGEL

In ihrer Jugend musste sie im Musikunterricht Lieder über Waldeslust singen. Autorin Barbara Supp litt darunter, es entfremdete sie eher vom deutschen Wald. Nun leidet der Wald, und darüber hinwegsehen lässt sich nicht mehr: Der Klimawandel ist da und setzt hierzulande der Fichte stark zu. Supp fuhr mit dem Fotografen Maurice Weiss durch Thüringen. Die beiden sprachen mit Förstern, Forstwissenschaftlern und Waldbesitzern wie Jörg Göring aus dem thüringischen Mechterstädt über den am häufigsten vorkommenden Baum und das beliebteste Bauholz der Deutschen. Und mit einem Geigenbauer über ein besonderes Talent der Fichte: Musik. Schon deswegen hofft Supp, dass die Fichte Überlebenschancen hat. »Dass der Wandel so schnell ist, so dramatisch«, sagt sie, »das hatte ich mir nicht vorgestellt.« zum Artikel 

Im April 1988 schrieb Redakteur Martin Doerry seinen ersten SPIEGEL-Titel: »Tollhaus Schule« lautete die Zeile, es ging um Unterrichtsstörungen in deutschen Klassenzimmern. Doerry arbeitete später als Kultur- und Politikressortleiter, 16 Jahre lang war er stellvertretender Chefredakteur. Nun, wenige Tage vor dem Ruhestand, erscheint in dieser Ausgabe sein letzter Text. Diesmal geht es um die Probleme deutscher Schülerinnen und Schüler mit der Rechtschreibung. Ein Zufallsfund von alten Abiklausuren auf dem Dachboden eines Gymnasiums in Gaienhofen am Bodensee stand am Anfang seiner Recherchen. Die Schule gab ihm die Möglichkeit, die Arbeiten aus den Achtzigerjahren mit aktuellen Prüfungstexten zu vergleichen. »Die jungen Leute machen heute leider deutlich mehr Fehler«, sagt Doerry, »andererseits besitzen sie digitale Kompetenzen, von denen frühere Generationen nur träumen konnten.« zum Artikel 

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