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Bundeswehr Taifun im Sturzflug

aus DER SPIEGEL 21/1996

Die Luftwaffe will ein Milliardenprojekt des Heeres verhindern. Die Bodentruppen möchten knapp 1500 »Kampfdrohnen« genannte Fluggeräte des Typs »Taifun« anschaffen. Motorisiert mit einem Propellertriebwerk, soll das unbemannte Flugzeug mehr als vier Stunden hinter feindlichen Linien kreisen, automatisch Ziele suchen und sich aus 4000 Meter Höhe auf Panzer, Artilleriestellungen oder mobile Gefechtsstände stürzen.

Bombardements in der Tiefe des Feindgebiets aber reklamiert die Luftwaffe für sich. Das Heer solle sich mit einem Streifen begnügen, der den Reichweiten seiner Geschütze und Artillerieraketen - also etwa 40 Kilometer - entspricht. Die »Taifun«-Gegner verweisen auf das Vorbild der US-Streitkräfte und auf Kritik des Bundesrechnungshofes. Der hatte Überschneidungen bei Heer und Luftwaffe beanstandet. Die Luftwaffe hat nämlich erst kürzlich in Israel für 100 Millionen Mark Laser-Geräte eingekauft, mit deren Hilfe »Tornado«-Kampfjets Gleitbomben metergenau auf Punktziele wie Gefechtsstände oder Panzer lenken können. Allein die Entwicklung der »Taifun« würde dagegen gut 400 Millionen Mark kosten. 65 Millionen wurden bereits für Vorarbeiten spendiert.

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