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Rüstung Taiwans neue Chance

aus DER SPIEGEL 32/1996

Die weltweit begehrten deutschen U-Boote vom Typ 209 werden jetzt auch in den USA hergestellt. Die Werft Ingalls Shipbuilding im Bundesstaat Mississippi hat eine Lizenz zum Nachbau erhalten. Erster Abnehmer von zwei Exemplaren ist Ägypten.

Den Export der U-Boot-Blaupausen für den Ägypten-Deal hatte der Bundessicherheitsrat Ende 1994 genehmigt, wie die Bonner Regierung vorige Woche einräumte. Der Lizenzbau in den USA könnte es auch Taiwan ermöglichen, endlich an deutsche U-Boot-Technologie heranzukommen. Die Inselrepublik vor der Küste Chinas möchte schon seit Jahren zehn Boote kaufen. Die Bundesregierung lehnte das jedoch bisher ab. Deutsche Zulieferungen für Boote, die in den USA gebaut werden, wären indes kaum zu verhindern: Erst im April hatte der Bundessicherheitsrat private Kooperationen deutscher Firmen mit Partnern in befreundeten Staaten erleichtert.

Bei Nato-Ländern sind Zulieferungen erlaubt, wenn sie ein Fünftel des Endprodukt-Wertes nicht übersteigen - auch wenn das komplette Waffensystem weiterexportiert werden soll.

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