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Steueraffäre Tandler in Bedrängnis

aus DER SPIEGEL 42/1993

Die CSU-Führung ist besorgt, daß die Steueraffäre des flüchtigen Unternehmers Eduard Zwick, der dem Fiskus rund 70 Millionen Mark schuldet (SPIEGEL 41/1993), die Partei weit mehr beschädigen könnte als die bisherigen Amigo-Affären. Ein Untersuchungsausschuß des bayerischen Landtags wird sich auch mit der Rolle des CSU-Politikers und ehemaligen Zwick-Geschäftspartners Gerold Tandler befassen, in dessen Amtszeit als bayerischer Finanzminister (1988 bis 1990) die fragwürdige »Niederschlagung« der Zwick-Schulden ausgehandelt wurde. Tandler, seit 1990 Vorstandsmitglied beim Kühlmaschinen-Konzern Linde, werde nicht als Privatmann oder Manager vor den Ausschuß treten, sondern als gerade wiedergewählter Vize-Vorsitzender der CSU, klagen Parteifreunde jetzt. Er hätte, wird ihm vorgeworfen, angesichts der Affäre seine Kandidatur zurückziehen müssen. Beklommen macht die CSU-Führung auch, daß im Fall Zwick, einem einstigen Spezi des verstorbenen CSU-Chefs Franz Josef Strauß, Verwicklungen des großen Vorsitzenden zutage gefördert werden könnten. In der Steueraffäre hat das bayerische Finanzministerium vergangenen Donnerstag die Niederschlagung aufgehoben und eine »intensive Überprüfung« angekündigt.

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