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PERSONALIEN Teng Tschih-fang

aus DER SPIEGEL 39/1980

Teng Tschih-fang, 29 (Photo u.), Sohn des chinesischen Vize-Parteichefs und seit Januar dieses Jahres graduierter Physikstudent an der US-Universität von Rochester, hat Angst vor seinem nächsten Examen. »Wenn ich durchfalle, muß ich die Universität verlassen. Das wäre schrecklich. Ich würde sterben.« Grund der großen Furcht: Teng sähe nicht nur sich blamiert, sondern auch Vater Teng Hsiao-ping. Um sich und der Familie die Schmach zu ersparen, arbeitet Teng Tschih-fang wie besessen: mehr als dreizehn Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche, ohne Urlaub. Seine Lehrer zweifeln denn auch nicht daran, daß Teng das Examen besteht und -- in voraussichtlich fünf Jahren -- als Doktor der Physik die Universität verläßt, um nach China zurückzukehren. Bis dahin hat der Musterstudent auch noch die Pflichten eines braven Sohns zu erfüllen: Einmal im Monat schreibt das jüngste der Teng-Kinder einen langen Brief nach Hause.

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