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Teure Kollegen

aus DER SPIEGEL 1/1974

Bundesfinanzminister Helmut Schmidt scheut die Offenlegung der Kosten, die durch Reisen von Regierungsmitgliedern mit der Flugbereitschaft der Bundeswehr entstehen. Als Chef des Verteidigungsressorts hatte er sich nur ungern bereit gefunden, die Staats-Jets den Kabinettskollegen für Urlaubsreisen oder Wochend-Heimflüge kostenlos herzugeben; nach dem Wechsel in sein neues Amt suchte er daher Wege, die Hilfsdienste des Verteidigungsministeriums für fremde Ressorts wenigstens im Haushalt deutlich auszuweisen. Seinen Plan, die durch private Nutzung der staatlichen Luftflotte verursachten Ausgaben in einem Einzeltitel des Wehretats unterzubringen, ließ er jedoch wieder fallen, weil er öffentliches Ärgernis vorhersah: Seine Beamten hatten ihm ausgerechnet, daß sich die reinen Betriebskosten der Fluglinie (Benzin, Wartung) auf jährlich 175 Millionen Mark belaufen.

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