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FÄRÖER Teure Selbständigkeit

aus DER SPIEGEL 14/2001

In ihren Bestrebungen um Unabhängigkeit vom dänischen Mutterland hat die Inselgruppe im Nordatlantik einen schweren Rückschlag erlitten. Nach heftigem politischen Streit innerhalb der Inselregierung vor allem um die ökonomische Zukunft hat der regionale Regierungschef Anfinn Kallsberg die für den 26. Mai geplante erste von zwei Volksabstimmungen überraschend abgesagt. Stattdessen einigte sich die färingische Drei-Parteien-Koalition auf einen vergleichsweise unverbindlichen Beschluss, in dem noch einmal der »Prozess zur Souveränität« der 18 Schafsinseln skizziert wird. »Spätestens ab 1. Januar 2002« soll danach die Abhängigkeit von dänischen Subventionen um über die Hälfte auf 300 bis 400 Millionen Kronen reduziert werden. Ab 2006 wollen die Inselbehörden die Kontrolle etwa über die Polizei oder das Währungssystem übernehmen, spätestens ab Februar 2008 über die staatlichen Gesundheitseinrichtungen. Erst irgendwann danach, aber »nicht später als 2012«, sollen die Bewohner die endgültige Entscheidung per Volksabstimmung treffen. Dem Verzicht auf das Mai-Referendum geht offenbar ein schwerwiegendes Zerwürfnis des Inselpremiers mit seinem zuständigen Landesminister Høgni Hoydal voraus. Der 35-jährige Ex-Journalist, der als Motor der Separation gilt, hatte die Abspaltung forciert, obwohl die Regierung in Kopenhagen mit der Streichung aller Subventionen innerhalb von vier Jahren droht.

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