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Teure Terroristen

aus DER SPIEGEL 53/1975

Neue Aufgaben für die Richter des Kanzleramts-Spions Günter Guillaume und seiner Ehefrau Christel: Seit vorletzter Woche liegt dem IV. Strafsenat beim Oberlandesgericht Düsseldorf die von Generalbundesanwalt Siegfried Buback unterzeichnete Anklageschrift gegen die vier Terroristen vor, die am 24. April mit der Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm die Freilassung von Baader-Meinhof-Häftlingen erzwingen wollten. Den Attentätern wird zweifacher Mord, Geiselnahme und versuchte Nötigung der Bundesregierung vorgeworfen. Für den Terroristen-Prozeß, der frühestens im April beginnt, wird das »Lippehaus«, Teil einer alten Polizeikaserne auf landeseigenem Gelände in der Düsseldorfer Tannenstraße, umgebaut und befestigt. Veranschlagte Kosten: drei Millionen Mark. Der für die Verhandlung gegen die Guillaumes abhörsicher ausgebaute Kellersaal des OLG soll künftigen Spionage-Prozessen vorbehalten bleiben. Guillaume-Richter Hermann-Josef Müller erfreut sich inzwischen höherer Besoldung: Zwei Tage nach der Urteilsverkündung gegen die DDR-Spione wurde er zum Vorsitzenden Richter (Senatspräsident) befördert.

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