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PALÄSTINA Teure Transporte

aus DER SPIEGEL 16/2007

Erstmals will die israelische Regierung den Palästinensern erlauben, ihre Waren über einen eigenen Grenzübergang ins Ausland zu exportieren. Zu diesem Zweck soll der bislang nur für Personenverkehr zugelassene Übergang von Rafah an der Grenze des südlichen Gaza-Streifens zu Ägypten erweitert werden. Bislang müssen palästinensische Unternehmer ihren gesamten Warenverkehr über Israel abwickeln. Ständige Grenzschließungen, langwierige Kontrollen und große Umwege führen zu derart hohen Handelskosten, dass sich der Im- und Export von Waren oft nicht mehr lohnt. »Wir haben die höchsten Transportkosten der Welt«, sagt Bassim Churi, Vorsitzender des palästinensischen Industrieverbands. Besonders zu schaffen macht den Unternehmern die Teilung in die Gebiete Westjordanland und Gaza-Streifen. So kostet es nach Angaben der palästinensischen Handelskammer viermal so viel, einen Container von Gaza ins 60 Kilometer entfernte Hebron zu transportieren, wie denselben Container von Israel nach China zu verschiffen. Die israelischen Sicherheitsmaßnahmen haben schon viele palästinensische Unternehmer an den Rand des Ruins getrieben. Im Westjordanland werden derzeit nur 60 Prozent der Produktionskapazitäten genutzt, im Gaza-Streifen sind es ganze 30 Prozent. Rund 900 Unternehmen sind bereits aus den palästinensischen Gebieten abgewandert, vor allem nach Ägypten und Jordanien.

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