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VERKEHR Teurer Kanal

aus DER SPIEGEL 22/2008

Experten streiten sich über den Sinn eines Großprojekts der Bundesregierung. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) will für den Ausbau des Saale-Elbe-Kanals 80 Millionen Euro ausgeben, um die Industrieregion Leipzig/Halle besser an die Nordseehäfen anzubinden. Nach einer unveröffentlichten Studie der Universität Halle-Wittenberg basiert die Kosten-Nutzen-Kalkulation des Ministeriums aber auf ungeeigneten Zahlen der Gutachterfirma Planco Consulting in Essen. So lägen die tatsächlichen Ladungsmengen pro Schiff mit 300 bis 400 Tonnen nur bei einem Drittel der Berechnungen des Ministeriums. Zudem führe der Klimawandel zu immer niedrigeren Wasserständen in Ostdeutschland, die eine »ganzjährig rentable Beschiffbarkeit« immer unwahrscheinlicher machten. Die Planco-Studie verwendet zudem Preisangaben von 1998 - »grob daneben«, kommentiert der Leiter des Elbeprojekts des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Ernst Paul Dörfler, der die Hallenser Studie in Auftrag gab. Uni-Experten empfehlen eine Verlagerung der Gütertransporte auf die Bahn. Das Bundesverkehrsministerium will die neue Studie nicht kommentieren.

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