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VERKEHR Teurer Neubau

aus DER SPIEGEL 7/1999

Im Streit um den für Ende Februar geplanten Abriß der historischen Teufelstalbrücke an der Autobahn A 4 bei Hermsdorf zwischen Erfurt und Dresden wirft das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege Regierungsgutachtern Befangenheit vor. Das Bonner Verkehrsministerium und das Thüringer Wirtschaftsministerium wollen das rund 60 Jahre alte Bauwerk, neben dem bereits eine neue Brücke steht, durch eine zweite neue ersetzen, um so einen sechsspurigen Ausbau der A 4 zu erreichen. Die Teufelstalbrücke zählt zu den bedeutendsten Brückenbauwerken des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Ursprünglich sollte sie saniert werden und drei Spuren der Autobahn aufnehmen. Zwei Gutachter waren jedoch zu dem Ergebnis gekommen, daß die alte Konstruktion nicht mehr zu retten sei. Daraufhin forcierte das Wirtschaftsministerium den Neubau. Die Variante ist mit 18 Millionen Mark um 6 Millionen teurer als die Sanierungslösung. Die Denkmalpfleger bezweifeln in einem Schreiben an das Ministerium jedoch die Unabhängigkeit der Prüfer, da diese auch am »Neubau der Teufelstalbrücke mit Auftragsleistungen beteiligt« seien, und gaben ein weiteres Gutachten in Auftrag. Ergebnis: »Das Bauwerk ist sanierbar.«

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