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POLIZEIPFERDE Teurer Stall

aus DER SPIEGEL 2/2003

Angeblich zwei Millionen Euro will Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) mit der Abschaffung der zehn Reiterstaffeln seines Landes sparen. Doch inzwischen kommen Zweifel an dieser Rechnung auf. Größter Posten sind die Mieten für die Ställe mit knapp 1,5 Millionen Euro. So schlägt allein die Unterbringung von elf Polizeipferden in Essen mit knapp 470 000 Euro im Jahr zu Buche - mehr als 42 000 Euro pro Tier. Als Vermieter tritt dort der Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB NRW) auf. Der Essener Polizeipräsident Herbert Schenkelberg betont, dass er den Mietvertrag mit dem BLB nicht ausgehandelt habe. Schenkelberg bezweifelt auch, dass irgendjemand auf dem freien Markt bereit wäre, so viel für die Unterbringung der Tiere zu bezahlen. Im nahe gelegenen Recklinghausen kostet der Stall pro Polizeiross nur 2600 Euro pro Jahr - Vermieter ist ein Privatmann. Im Landtag muss Behrens seine Rechnung in der kommenden Woche erklären. Oppositionschef Jürgen Rüttgers (CDU) vermutet eine »exorbitante Trickserei« mit dem Ziel, die Reiterstaffel kaputtzurechnen. Inzwischen wächst auch der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Abschaffung der beliebten Pferde - Tausende Unterschriften gingen bereits im Ministerium ein. Viele Polizeichefs halten die Tiere beim Einsatz gegen Hooligans und Demonstranten, etwa beim Aufmarsch Rechtsradikaler am kommenden Samstag in Wuppertal, für schwer verzichtbar.

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