SPON-Wahltrend Mehrheit wünscht sich Schulz als Kanzler

Angela Merkel oder Martin Schulz? Das wird im SPON-Wahltrend klar beantwortet. Und was ist mit einer Aufstockung der Bundeswehr? Dem Diesel-Fahrverbot? Sehen Sie hier die Umfragewerte im Detail - und stimmen Sie selbst ab.
Martin Schulz

Martin Schulz

Foto: Jens-Ulrich Koch/ Getty Images

In vielen Sonntagsfragen liegen SPD und Union derzeit gleichauf, mit steigender Tendenz für die Sozialdemokraten. Infratest Dimap und TNS Emnid sehen die SPD aktuell sogar knapp vor der Union. Eindeutiger ist das Ergebnis, wenn die Befragten direkt zwischen Angela Merkel und Martin Schulz wählen müssen. Dann liegt der SPD-Kandidat klar vorn, wie eine aktuelle Online-Befragung des Meinungsforschungsinstituts Civey zeigt.

Rund 44 Prozent der Befragten sagten, sie hätten nach der Bundestagwahl lieber Martin Schulz als Bundeskanzler. Angela Merkel wünschten sich dagegen nur knapp 38 Prozent. Fast 19 Prozent wollten sich für keine der beiden Optionen entscheiden.

1. Wähler von Linken und Grünen stehen hinter Schulz

Vergleicht man die Zustimmungswerte nach Parteipräferenz, hat Martin Schulz vor allem bei den Wählern der Linken und Grünen einen starken Rückhalt. Unter den Anhängern der Linken wünschen ihn sich 74 Prozent der Befragten als Kanzler, bei den Grünen-Wählern sind es 65 Prozent. Die meisten FDP-Anhänger entscheiden sich hingegen für Angela Merkel. Lediglich die AfD-Wähler scheinen mit beiden Optionen mehrheitlich unzufrieden. 63 Prozent antworten "weiß nicht", beim Rest liegen Merkel und Schulz etwa gleichauf.

2. Mehrheit wünscht sich mehr Bundeswehrsoldaten

Die geplante Aufstockung der Bundeswehr findet in der Bevölkerung großen Rückhalt. Auf die Frage, wie sich die Anzahl der aktiven Bundeswehrsoldaten entwickeln solle, antwortete jeder zweite Befragte mit "steigen". Weitere 26 Prozent stimmten für eine gleichbleibende Größe der Streitkräfte, nur 16 Prozent für einen Abbau. Unter Anhängern von Union, FDP und AfD ist die Zustimmung zum Ausbau besonders groß, während die Wähler der Linken mehrheitlich für eine kleinere Zahl der aktiven Soldaten votierten.

3. Vor allem in Großstädten stimmen Befragte für Diesel-Fahrverbote

In Stuttgart soll das erste Fahrverbot für Dieselautos eingeführt werden - ein Modell auch für andere Ballungsräume? Die Meinung der Befragten hierzu ist gespalten: Rund 40 Prozent sprachen sich gegen ein Fahrverbot aus, 23 Prozent dafür und knapp 32 Prozent für ein Fahrverbot, das lediglich an Tagen mit erhöhter Feinstaubbelastung gelten würde.

Anders sieht es bei denen aus, die besonders betroffen sind: In Regionen mit hoher Einwohnerdichte ist die Zustimmung zu einem kompletten oder zeitlich begrenzten Fahrverbot für Dieselautos in Ballungsräumen deutlich größer als in ländlicheren Regionen.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 17. bis 26. Februar 2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste rund 5000 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent. Bei der Befragung nach Altersgruppen und ihrer Parteipräferenz ist die statistische Fehlertoleranz größer, sehr feine Unterschiede sind in diesen Ergebnissen also nicht aussagekräftig.

Sie wollen die Sonntagsfrage beantworten? Stimmen Sie hier ab:

In Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey erhebt SPIEGEL ONLINE den SPON-Wahltrend. Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über Entwicklungen und Veränderungen.

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