SPON-Wahltrend SPD konstant über 30 Prozent, AfD und Linke im Osten stark

Die politische Stimmung ist im Osten anders als im Westen. Und im SPON-Wahltrend kann sich nur eine Partei verbessern. Hier finden Sie die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage von SPIEGEL ONLINE - und können erneut abstimmen.

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Die Großen stabilisieren sich, die Kleinen erholen sich nicht vom "Martin-Schulz-Effekt", und leichte Bewegungen gibt es nur bei einer Partei: Das ist das Ergebnis des aktuellen SPON-Wahltrends.

Union und SPD halten sich darin konstant über der 30-Prozent-Marke. Grüne, Linke und FDP verharren bei Werten um die sieben Prozent, die AfD ist erstmals seit Mitte Februar wieder zweistellig. Zwischen Ost und West gibt es zum Teil deutliche Unterschiede in der Parteienpräferenz.

Diese und andere Ergebnisse zeigt die wöchentliche Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey. Im Superwahljahr 2017 befragen wir Sie regelmäßig zu Ihrer Parteipräferenz - in Echtzeit, für jeden Nutzer zugänglich und mit für ganz Deutschland repräsentativen Ergebnissen.

Jede Woche ordnen wir ein, wer vorne liegt, wer verloren hat, und welche möglichen Gründe es dafür gibt. Am Ende des Artikels können Sie die Sonntagsfrage erneut beantworten.

Vergangene Woche wollten wir wissen: Welche Partei würden Sie wählen?

1. So haben Sie abgestimmt

CDU und CSU bleiben stärkste Kraft. Mit 33,5 Prozent der Stimmen hält die Union einen knappen Vorsprung vor den Sozialdemokraten. Die SPD bestätigt ihren Wert der Vorwoche und kommt nahezu unverändert auf 31,4 Prozent.

Der SPD-Höhenflug unter Kanzlerkandidat Martin Schulz scheint weiterhin auch den kleinen Parteien zu schaden: Die Grünen liegen fast unverändert bei 6,8 Prozent. Die Linke kommt auf 7,1 Prozent, die FDP bei 6,7 Prozent.

Bewegung gibt es am ehesten noch bei den Rechtspopulisten. Die AfD verbessert sich im Vergleich zur Vorwoche um fast einen Punkt auf 10,3 Prozent und festigt ihre Position als drittstärkste Kraft.


Vor allem der Blick auf den Langzeittrend deutet darauf hin, dass sich Grüne oder Linke derzeit nur schwer vom "Schulz-Knick" erholen können - während die AfD offenbar wieder etwas stärker mobilisiert und erstmals seit Mitte Februar ein zweistelliges Ergebnis bekommt. An frühere Werte kommen die Rechtspopulisten aber weiterhin nicht heran.

Die FDP war in der Vorwoche erstmals vor den Grünen platziert, konnte diesen Vorsprung in dieser Woche jedoch nicht halten.


2. Linke und AfD im Osten am stärksten

Im Osten und Westen verteilen sich die Parteipräferenzen unterschiedlich - das war schon bei vergangenen Wahlen so und schlägt sich auch in Umfragen nieder. Aktuell schneidet die SPD im Osten mit 27,3 Prozent schlechter ab als im Westen (32,3), hier bekommt sie fünf Prozentpunkte weniger Zustimmung. Bei der Union sind die Unterschiede kleiner (Ost: 31,8 Prozent, West: 33,9 Prozent).

Die Linke ist mit 12,4 Prozent im Osten doppelt so stark wie im Westen (6 Prozent). Auch die AfD bekommt mit 12,7 Prozent in Ostdeutschland überdurchschnittlich viele Sympathien (Westdeutschland: 9,8 Prozent). Weder im Westen noch im Osten gäbe es eine Mehrheit für eine rot-rot-grüne Koalition oder ein schwarz-gelbes Bündnis.


Der SPON-Wahltrend erklärt regelmäßig verschiedene Aspekte der politischen Zustimmung, etwa die Verteilung nach Altersgruppen und Bevölkerungsdichte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Anmerkungen zur Methodik: Der SPON-Wahltrend wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 8.3. bis 13.3.2017 online erhoben. Die Stichprobe umfasste 5017 Befragte, der statistische Fehler lag beim Gesamtergebnis bei 2,5 Prozent.

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Hier können Sie mitmachen und sich als Teilnehmer registrieren. Den aktuellen Stand sehen Sie sofort, wenn Sie teilgenommen haben. Mehr zur Methodik, und wie aus den Rohdaten repräsentative Ergebnisse gewonnen werden, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel. SPIEGEL ONLINE wertet die Ergebnisse jede Woche aus und informiert Sie über Entwicklungen und Veränderungen.



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.
Wer steckt hinter Civey-Umfragen?
An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.


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