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Tierquäler-Touren nach Afrika

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aus DER SPIEGEL 34/1984

Was in ganz Europa verboten ist, zählt in einigen afrikanischen Ländern zu den Attraktionen eines absonderlichen Killer-Tourismus: die Jagd mit Pfeil und Bogen. Vornehmlich im Osten der Zentralafrikanischen Republik, rund 80 Kilometer von der sudanesischen Grenze entfernt, können Bogenschützen gegen happiges Devisen-Entgelt unbehelligt ihrem »barbarischen Handwerk« ("Sunday Times Magazine") nachgehen. Sie zielen auf Büffel, schießen Antilopen nieder, verschmähen auch Flugwild nicht. Grausam an dieser Art der Jagd ist der qualvolle Tod der Beute. Zwar bohren sich die von modernen Metallbögen abgeschossenen Pfeile mit Geschwindigkeiten von oft mehr als 200 km/h in das Fleisch der Tiere und reißen dabei einen Schußkanal von rund zehn Zentimetern Durchmesser auf, doch sofort tödlich sind die Treffer nur in seltenen Fällen. Daher verwendeten Afrikaner früher fast ausschließlich vergiftete Pfeilspitzen.

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