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Tip aus Bonn

aus DER SPIEGEL 3/1989

Die Bundesregierung Helmut Schmidts hat im Frühjahr 1980 den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini vor einem Attentat im Auftrag des gestürzten Schahs Resa Pahlewi gewarnt - zur selben Zeit, als 52 Amerikaner in der Hauptstadt Teheran von revolutionären Studenten als Geiseln festgehalten wurden. Insgesamt sechs Söldner, darunter auch einen Deutschen, hatte der Schah nach Angaben der holländischen Wochenzeitung »Vrij Nederland« beauftragt, den Ajatollah in seinem Wohnort Ghom zu ermorden. Die enttarnten Killer wurden zwar verhaftet, jedoch nicht vor Gericht gestellt, sondern ausgewiesen. Dies war eine Bedingung der Bundesregierung gewesen. Der Hinweis aus Bonn, vom damaligen Botschafter Gerhard Ritzel in Teheran überbracht, wurde von den Mullahs belohnt: Ritzel spielte anschließend eine Schlüsselrolle bei der Lösung des Geiseldramas, vermittelte laufend zwischen Teheran und Washington, um die Bedingungen einer Geiselfreilassung auszuhandeln. Der inzwischen pensionierte Botschafter zu der holländischen Wochenzeitung: »Ich kann nicht bestreiten, daß die genannten Tatsachen richtig sind.«

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