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Albanien Tirana bleibt bei Todesstrafe

aus DER SPIEGEL 42/1993

In Albaniens Todeszellen warten derzeit an die 20 Menschen auf die Hinrichtung. Doch wann genau die Exekution bevorsteht und wie sie vollstreckt wird, liegt allein im Ermessen der Richter - Verteidiger und Angehörige werden von der Vollstreckung des Urteils erst sechs Monate später unterrichtet. Sache der Gerichte ist auch, ob sie die Delinquenten zur Abschreckung an Galgen zur Schau hängen, wie im Fall der Mörder Ditbardh, 21, und Josif Cuko, 24, oder ob sie im Hinterhof eines Gefängnisses hingerichtet werden. Bei den beiden zuletzt bekanntgewordenen Fällen wurden die Mörder Fetah Seferi, 28, und Fatmir Gegici, 39, auf einen Friedhof nördlich der Hauptstadt Tirana gefahren und vor ihrem Grab durch einen Schuß in den Hinterkopf ums Leben gebracht. Doch nicht nur das Delikt Mord wird in Albanien mit dem Tod vergolten. Ähnlich wie in kommunistischen Zeiten verhängen die neuen Demokraten für elf Tatbestände, darunter Unterschlagung, Landesverrat und Spionage, auch weiterhin die Todesstrafe. Neu ist im Strafgesetzbuch: Frauen dürfen nicht zum Tod verurteilt werden.

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