Zur Ausgabe
Artikel 2 / 92
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Hausmitteilung Titel / AfD / Macron / SPIEGEL GESCHICHTE

aus DER SPIEGEL 13/2019
Höflinger

Höflinger

Der Terrorist Brenton Tarrant, der in Christchurch 50 Menschen tötete, gilt als Einzeltäter, als sogenannter einsamer Wolf. Einsam mag er vielleicht gewesen sein, allein in seiner Gedankenwelt war er nicht. Ein Team von Redakteuren beschreibt in der Titelgeschichte die Strukturen eines internationalen Netzes von Rechtsextremen. So bezieht sich Tarrant auf den Norweger Anders Breivik, der 2011 in Oslo und auf Utøya 77 Menschen ermordete. Ihn hatte auch David Sonboly zum Vorbild, der am fünften Jahrestag von Breiviks Tat in München neun Menschen erschoss und Kontakt zu einem Amerikaner hatte, der später auch einen Anschlag verübte. Die Journalisten recherchierten in Deutschland, den USA und Neuseeland, wo Laura Höflinger Tarrants Spuren folgte. »Die sozialen Medien erlauben es Terroristen, sich global zu verbinden«, sagt Martin Knobbe, der den Text zusammenfügte. »So ist ein neuer Tätertypus entstanden: Er handelt allein, nicht als Teil einer Gruppe, sondern einer Bewegung.« Der Wolf ist ein Rudeltier. Zum Artikel 

Noch nie in der Geschichte des Deutschen Bundestags hat es so viele Abgeordnete gegeben, 709 Frauen und Männer repräsentieren den Willen des Volkes und treten sich dabei in jeder Beziehung gegenseitig auf die Füße. Im Januar setzte sich Alexander Smoltczyk eine Woche lang auf die Zuschauertribüne, beobachtete und hörte zu. Danach verabredete der Reporter sich mit Abgeordneten aller Parteien, um die Woche nachzubereiten: »Ich wollte wissen, wie Parlamentarier miteinander umgehen, die sich nicht selten abgrundtief verachten.« Das betrifft vor allem die Abgeordneten der AfD-Fraktion. »Inzwischen arbeiten manche durchaus ernsthaft in den Ausschüssen mit. Andere genießen es, geschnitten zu werden.« Sein Bericht über die neuen Grenzen und Grenzüberschreitungen lesen Sie hier 

Viereinhalb Jahre lang war Julia Amalia Heyer Korrespondentin in Paris, und in dieser Zeit beobachtete sie aus nächster Nähe den Aufstieg Emmanuel Macrons: vom Berater zum Minister zum jüngsten Präsidenten der Fünften Republik zum Star der Europäischen Union. Sie erlebte auch seinen Absturz zu einem Sonnenkönig, der den Kontakt zum Volk verloren hat. Regelmäßig begleitete Heyer ihn auf Reisen und traf Macron zum Interview. In ihrem Abschiedsstück aus Frankreich beschreibt Heyer, die ins Berliner Büro gewechselt ist, die romanhafte Karriere eines Mannes, »der über sich selbst gestürzt ist und nun endlich anfängt, Politik in Frankreich für die Franzosen zu machen«. Zum Artikel 

Wäre ich so mutig gewesen? Diese Frage stellen sich viele Menschen, wenn sie an den Widerstand gegen Adolf Hitler denken. Damals ging nur eine kleine Minderheit der Deutschen das Risiko ein, dem Regime entgegenzutreten. Die, die sich trauten, verband außer dem Hass auf die Nazis wenig. Die neue Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE zeigt, aus welch verschiedenen Gründen sich Leute entschlossen, gegen die Diktatur aufzubegehren. Und Redakteurin Marianne Wellershoff sammelte Informationen über den Gestapo-Spitzel, der ihre Tante denunziert hatte. Das Heft »Widerstand gegen Hitler« erscheint am Dienstag.

Verwandte Artikel
Zur Ausgabe
Artikel 2 / 92
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel