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Hausmitteilung Titel / Ocasio-Cortez / Jüdisches Museum

aus DER SPIEGEL 29/2019
Schulz

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Foto: IRIS CARSTENSEN / DER SPIEGEL

Fast drei Viertel aller Deutschen machen sich Sorgen um die Zukunft des Planeten, und immer mehr Leute wollen deshalb anders leben – umweltfreundlicher, nachhaltiger. Sie wollen weniger Strom verbrauchen und öfter mal das Auto stehen lassen. So wie Familie Meuser aus Dormagen, die Redakteur Thomas Schulz für die Titelgeschichte getroffen hat. Die Meusers stellen sogar Spülmittel selbst her, und ihre Zahnbürsten sind aus Bambus. »Damit der Wunsch, die Welt besser zu machen, nicht im Frust endet, muss auch die Wirtschaft grün werden«, sagt Schulz, »und die Politik muss nachhaltiges Handeln belohnen.« Ein Spiegel-Team erklärt, warum die Bundesregierung in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit so ängstlich ist, wie ernst man die Absichtserklärungen etwa der Textilindustrie nehmen kann und warum Familien manchmal an ihren guten Vorsätzen scheitern. Die Titelgeschichte ist zudem der Auftakt einer Sommerserie: In den kommenden Wochen beschreiben wir, wie Konsumenten ihr Verhalten ändern können und welche Ideen es gibt, um Ökologie und Ökonomie miteinander zu versöhnen. Wir beantworten die Fragen: Was bringt alternativer Tourismus? Wann ist es sinnvoll, nach einem Ersatz für Kunststoff zu suchen, wann nicht? Wir beschreiben umweltfreundliche Energiespeicher und beschäftigen uns mit Geldanlagen, deren Manager versprechen, neben der Rendite ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen. zum Artikel 

Als Spiegel-Redakteur Christoph Scheuermann die demokratische Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez zum ersten Mal um ein Gespräch bat, reagierte die Politikerin mit höflicher Zurückhaltung. Sie werde die Anfrage an den Pressesprecher weiterleiten, sagte sie. Ocasio-Cortez gilt als Star unter linken Demokraten und als Hassfigur der Republikaner. Scheuermann beobachtete die Politikerin über Monate, besuchte ihren Wahlkreis, setzte sich mit ihr in Anhörungen von Kongressausschüssen, sprach mit Freunden und Weggefährten. Er erlebte eine talentierte Populistin, die noch um zwei Uhr früh im Repräsentantenhaus eine flammende Rede zur Erforschung von Drogen als Heilmittel hielt. Mit kurzen Videos und Twitterbotschaften erreicht Ocasio-Cortez Millionen Amerikaner. »Sie schafft es, Aufmerksamkeit für Themen zu erzeugen, für die sich kaum jemand interessierte«, sagt Scheuermann. zum Artikel 

Der Neubau des Jüdischen Museums Berlin, erdacht von Stararchitekt Daniel Libeskind, sollte seit seiner Eröffnung im Jahr 1999 vieles sein: Symbol eines weltoffenen Deutschland, eines geschichtsbewussten Deutschland, auch ein Ort gelingender Kommunikation. Gerade an Letzterem mangelt es, dem Jüdischen Museum fehlt seit Kurzem die Leitung und, schlimmer noch, es fehlt eine verbindende Idee. Es ist strittig, wofür das Museum überhaupt stehen soll, wo die Grenzen der Einmischung aus der Politik liegen. Spiegel-Autorin Susanne Beyer suchte in Berlin nach den Ursprüngen der Krise, nach möglichen Lösungen. In der Hauptstadt stieß sie vor allem auf Stillschweigeabkommen, auf Angst und Nervosität. Anders der Eindruck in Frankfurt am Main, im Jüdischen Museum der Stadt, dem ersten der Bundesrepublik, das zurzeit erweitert wird. Hier traf Beyer die Direktorin Mirjam Wenzel, die ihr Museum mit glücklicherer Hand führt als ihre Kollegen in Berlin. Warum in Frankfurt besser gelingt, woran Berlin scheitert, beschreibt Beyer hier .

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