Zur Ausgabe
Artikel 2 / 67
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Hausmitteilung Titel / Moria / #MeToo / »Dein SPIEGEL«

aus DER SPIEGEL 38/2020
Großekathöfer, Hardinghaus

Großekathöfer, Hardinghaus

Foto: Julian Busch / DER SPIEGEL

Fast jedes zehnte Paar in Deutschland zwischen 25 und 59 Jahren ist ungewollt kinderlos. Die Wissenschaft hat den Beitrag des Mannes an dieser Enttäuschung lange unterschätzt. Inzwischen weiß man, dass die Spermienqualität in den Industrieländern rapide abnimmt. Schuld daran könnten zum Beispiel Weichmacher im Plastik sein. Barbara Hardinghaus und Maik Großekathöfer sprachen mit Andrologen und Biochemikern. Sie besuchten Kinderwunschzentren, die eingerichtet sind wie Fünfsternehotels. Und sie suchten nach Betroffenen. Die meisten Männer lehnten ab – zu groß war die Scham und das Stigma. Diejenigen jedoch, die den Redakteuren ihre Geschichte erzählten, waren fast schon froh, sich jemandem anvertrauen zu können. »Diese Männer haben sich entschieden zu reden, weil sie ein Tabu brechen und anderen Mut machen wollen«, sagt Großekathöfer. Bei wem es mit dem Kinderkriegen nicht klappe, der solle sich untersuchen lassen. Zum Artikel 

Die Reporter Giorgos Christides, Steffen Lüdke und Katrin Kuntz waren in den vergangenen Jahren fast ein Dutzend Mal im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Aber noch nie haben sie die Menschen so verzweifelt erlebt wie nach dem Großbrand von Dienstagnacht. »Die Flüchtlinge haben jede Hoffnung verloren«, sagt Christides. Der Brand zeigt auch die Verlogenheit der europäischen Asylpolitik. Die EU betrachtete das Camp als Modell, tatsächlich jedoch waren die Bedingungen dort seit Jahren menschenunwürdig. In Europas Hauptstädten herrscht nun scheinbar große Bestürzung. Die Bereitschaft, etwas an den Zuständen zu ändern, ist allerdings nach wie vor gering. »Die Europäer könnten das Desaster nutzen, um ihre Flüchtlingspolitik neu auszurichten«, sagt Redakteur Maximilian Popp. »Es ist nur fraglich, ob sie den Willen dazu aufbringen.« Zum Artikel 

Es ist eines der großen Themen der Zeit: #MeToo. Doch so wichtig Geschichten über Männer sind, die ihre Macht für Sex ausnutzen, so schwierig ist es für Journalisten, darüber zu schreiben. Aussagen stehen gegen Aussagen, ein falscher Vorwurf kann ein Leben zerstören. In diesem Feld bewegte sich auch Reporter Jürgen Dahlkamp schon, als er mit Kollegen mutmaßliche Übergriffe beim Weißen Ring in Lübeck aufdeckte (SPIEGEL 12/2018). Nun beschreibt er den Fall eines bekannten Berliner Arztes, der sich an schwulen Patienten vergriffen haben soll, und den Kampf der Journalisten von »BuzzFeed« und »Vice« um ihre Storys dazu. Das Berliner Landgericht hat die Artikel verboten. Die Begründung: zu viele Details und Vorwürfe; zu wenig, was am Ende für den Arzt spreche, der die Vorwürfe bestreitet; deshalb nicht ausgewogen genug. »Was die Richter in diesem Fall fordern, hat Folgen für die investigative Berichterstattung insgesamt. Keine guten«, sagt Dahlkamp. Zum Artikel 

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Trotzdem erleben sie Gewalt in ihren Familien, oftmals weil die Eltern überfordert sind. Experten befürchten, das könnte während der Pandemie noch häufiger der Fall sein als sonst. In »Dein SPIEGEL« erfahren Kinder, wie sie sich selbst helfen können – und anderen. Außerdem im neuen Heft: Wieso die meisten Weltkarten ein verzerrtes Bild der Erde zeichnen. »Dein SPIEGEL« erscheint am Dienstag.

Zur Ausgabe
Artikel 2 / 67
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.