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Hausmitteilung Titel / Lauterbach / Lagarde

aus DER SPIEGEL 44/2019

Über Jahrzehnte hinweg galten Deutschlands Autokonzerne als Inbegriff technischer Exzellenz. Im Zeitalter von E-Mobilität und Roboterautos sind BMW, Daimler und Volkswagen jedoch zu Nachzüglern geworden. Ein SPIEGEL-Team, darunter Reporter Ullrich Fichtner sowie die Wirtschaftsredakteure Simon Hage und Martin Hesse, wollte verstehen, warum das so ist. Sie besuchten Zukunftslabore prestigeträchtiger deutscher Automarken und Zulieferbetriebe, erhielten Zugang zu Hightechkonzernen in Kalifornien und erkundeten eine chinesische Modellstadt südlich von Peking. Aus wochenlangen Recherchen ergab sich ein Gesamtbild, das die Konzernmanager hierzulande beunruhigen sollte: »Die deutsche Autoindustrie versucht, sich komplett zu erneuern«, sagt Hesse, »doch die Herausforderer aus Kalifornien und China denken größer, handeln mutiger und packen den Wandel entschlossener an.« zum Artikel 

Wie wird man der neue Willy Brandt? Diese Frage interessierte SPIEGEL-Autor Markus Feldenkirchen, als er Karl Lauterbach und Nina Scheer durch ihre Kandidatur für den SPD-Bundesvorsitz, das »schönste Amt neben dem Papst« (Franz Müntefering), begleitete. Sechs Wochen lang besuchte Feldenkirchen viele der 23  Regionalkonferenzen, sprach vorher und nachher mit den Kandidaten, reiste mit ihnen kreuz und quer durch Deutschland, mit dem Flugzeug oder im Flinkster, dem Mietauto der Deutschen Bahn. Zumindest dann, wenn es so spät war, dass kein Zug mehr fuhr. Skurriler als diese nächtlichen Fahrten waren nur die Restaurantbesuche. Bis Lauterbach den Kellnern erklärt hatte, dass er sich komplett salzfrei ernähre und wie die Zutaten zubereitet sein müssten, hatten die Küchen fast schon zu. Feldenkirchen beobachtete den Wahlkampf einer verunsicherten und harmoniesüchtigen Partei, der nach außen friedlich wirken sollte, obwohl man intern viel übereinander fluchte – vor allem über Kevin Kühnert. zum Artikel 

Am 1. November wechselt die Französin Christine Lagarde vom Internationalen Währungsfonds in Washington zur Europäischen Zentralbank in Frankfurt und ist damit erneut die erste Frau an der Spitze einer männerdominierten Institution. Kurz vor ihrem Amtsantritt traf sie die SPIEGEL-Redakteure Michael Sauga und Marc Hujer in Washington, um mit ihnen über ihre Umbaupläne für die EZB und ihren künftigen geldpolitischen Kurs zu sprechen. Am Ende des Gesprächs demonstrierte sie, dass sie auch bei einem anderen klassischen Männerthema mehr als nur mithalten kann – Fußball. Als die SPIEGEL-Redakteure Lagarde nach ihrem Lieblingsverein fragten, stellte sie die beiden auf die Probe: »Der Verein, der gegen Eintracht Frankfurt verloren hat.« Als sie in fragende Gesichter blickte, schob sie hinterher: »Come on, wen hat Eintracht Frankfurt geschlagen?« Als noch immer keine Antwort kam, lehnte sich Lagarde zufrieden zurück und triumphierte: »Olympique Marseille.« zum Artikel 

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