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Hausmitteilung Titel / Griechenland / Bahrain / Ronaldinho

aus DER SPIEGEL 7/2012

Die SPIEGEL-Redakteure, die über die NPD recherchierten, nahmen allerlei Zumutungen hin. Sie sprachen mit Hitler-Anbetern und Rassisten - und waren überrascht, wie geschickt sich die Rechtsextremisten hinter einer bürgerlichen Fassade verstecken. So diskutierte Redakteur Gunther Latsch, 51, im Thing-Haus, einem bestens bewachten Treffpunkt der Szene im mecklenburg-vorpommerschen Grevesmühlen, über die Parole von der »seriösen Radikalität«, der sich die Nationalen verpflichtet fühlen. Zweifellos, so Titelautor Jürgen Dahlkamp, 46, wolle die NPD das pluralistische, demokratische System der Bundesrepublik abschaffen, zweifellos gebe es Gründe, die Partei zu verbieten. »Dennoch spricht auch viel dafür, kein Verbotsverfahren einzuleiten«, sagt Dahlkamp (zum Artikel ).

Niedrigere Mindestlöhne und Renten hat die EU ihnen verordnet - vielen Griechen ist Europa deshalb verhasst. Aber es gibt auch andere Stimmen. SPIEGEL-Korrespondentin Julia Amalia Heyer, 31, traf in Thessaloniki einen Politiker, der von den europäischen Nachbarn lernen will. Giannis Boutaris, 69, Bürgermeister der Stadt, versuchte in Berlin herauszufinden, wie eine Stadtreinigung eine Stadt auch wirklich reinigt, und er will in Thessaloniki eine Fußgängerzone nach Hamburger Vorbild einrichten lassen. »Solche Initiativen können den Griechen Mut machen«, sagt Heyer, »sie leiden darunter, das schwarze Schaf Europas zu sein« (zum Artikel ).

Seine Majestät kamen gerade vom Reiten und trugen Stiefel und grünen Zwirn. Mit Komplimenten über deutsche Hubschrauber und deutsche Autobahnen empfing Bahrains Herrscher Hamad Al Chalifa, 62, SPIEGEL-Reporter Alexander Smoltczyk, 53, und Mitarbeiterin Souad Mekhennet, 33 - sie waren die ersten deutschen Journalisten, die der König nach der Niederschlagung der Proteste vor einem Jahr vorließ. Das Treffen wurde in dem Inselreich hoch bewertet. Wenige Stunden nach dem Interview stellte die staatliche Nachrichtenagentur ein Gesprächsfoto ins Netz, am nächsten Morgen fand sich das Bild in allen Zeitungen des Landes. Laut »Reporter ohne Grenzen« ist die Presse in kaum einem anderen Land so untertänig wie in Bahrain (zum Artikel ).

Interviewtermine verabreden und kurzfristig absagen: Mancher Star genießt es, Journalisten zappeln zu lassen. SPIEGEL-Mitarbeiter Juan Moreno, 39, wartete sechs Tage lang in einem Hotel in São Paulo vergebens auf den Fußballer Ronaldinho - trotz diverser Verabredungen. Immerhin gewährten Ronaldinhos Bruder Assis, 41, der ihn managt, und andere Insider Einblicke in das Leben des müde gewordenen Stars. Der sei, so Moreno, »auf dem Platz nicht wiederzuerkennen, aber sein Jahreseinkommen ist mit 40 Millionen Euro so hoch wie nie zuvor« (zum Artikel ).

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