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Hausmitteilung Titel / Kempowski / SPIEGEL GESCHICHTE

aus DER SPIEGEL 14/2014
Brauck, Hawranek

Brauck, Hawranek

Als SPIEGEL-Redakteur Markus Brauck bei seiner Recherche zum Titel den Bestsellerautor Harald Welzer traf, machte der ihm ein überraschendes Geständnis: Welzer erklärt in seinem neuen Buch den Konsumverzicht zu einem Akt des Widerstands, aber im Gespräch mit Brauck gab er zu, dass ihm manchmal die eigene Bequemlichkeit in die Quere komme. Seitdem er ein schönes, altes Auto geerbt habe, fahre er damit auch unnötige Touren, und sei es, um eine Kiste Mineralwasser zu holen. Brauck, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dietmar Hawranek der Frage nachgeht, ob eine Ökonomie des Verzichts auch gesamtgesellschaftlich möglich ist, findet diese Haltung sympathisch: »Ein bescheidener Lebensstil ist heute längst nicht mehr eine Sache sauertöpfischer Moralapostel« (zum Artikel ).

Im Januar 1972 reiste der damalige Student und heutige SPIEGEL-Redakteur Volker Hage erstmals in das niedersächsische Dorf Nartum, um dort einen Lehrer namens Walter Kempowski zu interviewen. Dessen Roman »Tadellöser & Wolff« war wenige Monate zuvor erschienen. Damals offenbarte der spätere Erfolgsautor: »Wie andere Leute als Kind Lokomotivführer werden wollten, so wollte ich immer Schriftsteller werden.« Es sollte nicht das letzte Gespräch bleiben. Bis zu Kempowskis Tod 2007 ergaben sich mit dessen wachsender Popularität immer wieder Anlässe für weitere Treffen. Wie etwa 1992, als der SPIEGEL den ersten Vorabdruck aus dem gewaltigen »Echolot«-Werk mit Stimmen aus dem Zweiten Weltkrieg brachte. »Kempowski war alles andere als ein traditioneller Autor«, sagt Hage. »Er experimentierte mit Leidenschaft und suchte neue literarische Formen.« Und so ist auch die nun postum erschienene »Plankton«-Sammlung Tausender Stimmen und Alltagsgeschichten alles andere als ein schlichtes Erzählwerk (zum Artikel ). 

Schaurige Geschichten über Menschenopfer, obskure Schriftzeichen und gewaltige Ruinen prägen heute das Bild über die Inka, Maya und Azteken. Aber die Herrscher dieser Hochkulturen und deren Baumeister schufen weitaus mehr, bevor sie von spanischen Eroberern überrannt wurden. Die Inka errichteten ein Imperium, in dem niemand hungern musste, sie waren Meister der Planung und des Ackerbaus. Die Maya rechneten schon früh mit einem sehr präzisen Kalender. Und den Azteken gelang das Kunststück, auf einer Insel in Zentralmexiko eine Supermacht zu gründen. Die Autoren und Autorinnen der aktuellen Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE beschreiben Aufstieg und Fall dieser Reiche, trennen die Legenden über Menschenopfer von den Fakten und schildern, was man erlebt, wenn man heute als Maya zu leben versucht. Das Heft erscheint am Dienstag dieser Woche.

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