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Hausmitteilung Titel / Bushido / Bad Kleinen

aus DER SPIEGEL 45/2020
Rojkov

Rojkov

Foto: Andy McMillan / DER SPIEGEL

Ist Donald Trump nur ein Betriebsunfall der amerikanischen Geschichte, eine »Verirrung«, wie sein demokratischer Herausforderer Joe Biden sagt? Ein Team von SPIEGEL-Reportern hat in den USA nach den Gründen geforscht, warum ein Mann wie Trump überhaupt Präsident werden konnte – und ob die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft, durch die Trump ins Amt kam, geheilt werden kann. Alexandra Rojkov sprach für die Titelgeschichte mit einem Familienvater in Pennsylvania, der mit der Waffe in der Hand kämpfen will, sollten die Demokraten gewinnen. René Pfister folgte dem Präsidentensohn Don Jr, der sich bereit macht, das populistische Erbe seines Vaters anzutreten. Pfister recherchierte auch in der republikanischen Partei, die sich ganz und gar dem Willen des Präsidenten unterworfen hat. »Der Trumpismus wird nicht verschwinden, selbst wenn der Präsident am Dienstag abgewählt werden sollte«, sagt Pfister. »Trump ist nur das Symptom einer Krise, die am Fundament der Demokratie in den USA nagt.« Zum Artikel 

SPIEGEL-Reporter Philipp Oehmke hat eine lange und wechselvolle Beziehung zu Bushido, dem deutschen Gangsta-Rapper. 2010 führte Oehmke das erste Interview, das Treffen fand im Garten des Rappers statt, es wurde gegrillt, zusammen Fußball-WM geschaut. Drei Jahre später trafen sich Oehmke und Bushido erneut, allerdings unter ganz anderen Umständen. Es ging um das Gerücht, der Rapper werde von dem Berliner Abou-Chaker-Clan kontrolliert. Bushido sprach acht Stunden lang mit dem SPIEGEL, zog das Interview im letzten Moment aber zurück. Seit zwei Monaten beobachtet Oehmke den Rapper abermals, diesmal vor dem Landgericht Berlin. Bushido, inzwischen unter Polizeischutz, ist jetzt wichtigster Zeuge der Anklage. Vor Gericht: Clanchef Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder. Es geht, unter anderem, um gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung. Zusammen mit SPIEGEL-Redakteur Lothar Gorris recherchierte Oehmke, wie aus Freunden Feinde wurden. Zum Artikel 

Im Dezember 2018 meldete sich Ex-Generalbundesanwalt Alexander von Stahl beim SPIEGEL und verlangte die Aufarbeitung einer Titelgeschichte, die 25 Jahre zuvor erschienen war. Am 27. Juni 1993 waren bei einem pannenreichen Antiterroreinsatz auf dem Bahnhof von Bad Kleinen der Polizist Michael Newrzella und der Terrorist Wolfgang Grams ums Leben gekommen. Der SPIEGEL berichtete, ein »Zeuge« habe gesehen, wie ein Polizist Grams erschoss. In der Folge trat der damalige Bundesinnenminister Rudolf Seiters zurück, Stahl wurde in den einstweiligen Ruhestand geschickt, gegen zwei GSG-9-Beamte wurde wegen vorsätzlicher Tötung ermittelt. Schon kurz nach der Veröffentlichung kamen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der SPIEGEL-Quelle auf, die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass sich Grams selbst erschossen hatte. Eine vom SPIEGEL beauftragte Kommission hat nun die Entstehung der damaligen Titelgeschichte untersucht und dokumentiert. Ihr Fazit: Der SPIEGEL hat mit der Berichterstattung auf Basis einer mangelhaft geprüften und falschen Aussage einen journalistischen Fehler begangen. Wir bedauern diesen Fehler und machen die Untersuchung auf unserer Internetseite transparent. Der komplette Bericht steht unter www.spiegel.de/kommission zum Download bereit.

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