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Hausmitteilung Titel / China / »Sommermärchen« / Humboldt Forum

aus DER SPIEGEL 51/2020

Es war die wohl größte politische Fehleinschätzung dieses Jahres: Ein vierwöchiger »Shutdown light« sollte die Corona-Welle im November dauerhaft brechen. Doch das Versprechen ließ sich nicht einlösen, stattdessen droht nun ein harter Shutdown. Ein SPIEGEL-Team um Markus Feldenkirchen und Veit Medick hat das Versagen deutscher Politikerinnen und Politiker rekonstruiert. »Sie haben die Akzeptanz der Maßnahmen aufs Spiel gesetzt, die das Land nun dringender denn je braucht«, sagt Feldenkirchen. Sein Kollege Maik Großekathöfer und ein weiteres SPIEGEL-Team beschreiben im zweiten Teil des Titelkomplexes den Aufbau von Impfzentren im ganzen Land. Als Redakteur Ansgar Siemens ein Zentrum in Bad Oldesloe besuchen wollte, war gerade die Polizei vor Ort: Das Haus war in der Nacht von Impfgegnern mit Parolen beschmiert worden. In Rostock traf Reporterin Annette Großbongardt einen Gesundheitsdezernenten, der bald ein Impfzentrum, aber weder Ärzte noch Impfstoff hat. Wie schnell sich Millionen Impfwillige immunisieren lassen, bleibt unklar: »Erst wenn es losgeht, wird man wissen, ob das große Impfen überhaupt funktioniert«, sagt Siemens. zum Artikel 

Seit acht Jahren führt Xi Jinping die KP Chinas, und genauso lange hat Bernhard Zand für den SPIEGEL aus Peking berichtet. Vor seinem Abschied sind Zand und seine Mitarbeiterin Wu Dandan noch einmal von Nord nach Süd durch das Land gereist. »Die Lebensqualität der meisten Chinesen hat sich enorm verbessert«, sagt Zand. Zugleich sei das Land aber noch autoritärer und die Arbeit für Journalisten schwieriger geworden. »Meine Erwartung, dass Chinas Aufstieg auch zu einer politischen Öffnung führen würde, hat sich nicht erfüllt«, sagt Zand. Künftig berichtet er aus Hongkong. zum Artikel 

War das »Sommermärchen« 2006 gekauft? 2015 enthüllten die SPIEGEL-Redakteure Jürgen Dahlkamp und Gunther Latsch, dass vor der Fußball-WM 6,7 Millionen Euro bei einem korrupten Katarer gelandet waren, seither steckt der DFB in einer Dauerkrise. Nun stießen Dahlkamp und Latsch mit Kollegen der »Süddeutschen Zeitung« auf Dokumente, die nahelegen, dass auch der Medientycoon Leo Kirch Geld für sechs Wahlmännerstimmen lockergemacht hatte. Die Nationalelf musste bei Freundschaftsspielen antreten, die wohl dazu dienten, Zahlungen an die Wahlmänner zu tarnen. Hatten die Millionen an den Katarer also doch nichts mit der WM zu tun? »Kurz vor der Entscheidung wurde offenbar auf jedem Kanal zu schmieren versucht«, sagt Dahlkamp, »das eine schließt das andere nicht aus.« zum Artikel 

Am 16. Dezember wird der Neubau des Berliner Schlosses mit einem digitalen Festakt eröffnet. Doch das Konzept des Humboldt Forums, wie das Gebäude offiziell heißt, ist in die Kritik geraten. So sollen dort auch Bestände des Ethnologischen Museums ausgestellt werden, die einst unter dubiosen Umständen aus aller Welt nach Berlin geschafft worden waren. Redakteurin Ulrike Knöfel und Autor Nils Minkmar durften nicht nur das neue Schloss besichtigen, sondern auch die sogenannte Restaurierungsstraße für ethnologische Objekte in Berlin-Dahlem. Hier werden die Ausstellungsstücke tiefengereinigt. »Die Kritik an ihrer Herkunft wird aber bleiben«, sagt Knöfel. zum Artikel 

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