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Hausmitteilung Titel / neue Väter / Pussy Riot

aus DER SPIEGEL 1/2014
Weinzierl, Wiegrefe

Weinzierl, Wiegrefe

Foto: BERNHARD RIEDMANN / DER SPIEGEL

Das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren wird Ausmaße annehmen, die die Welt bei historischen Ereignissen noch nicht gesehen hat: zahlreiche Gipfeltreffen von Staats- und Regierungschefs, Tausende Erinnerungsprojekte, allein in Deutschland rund 150 Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt. In der Titelgeschichte (Cover-Foto: kanadische Soldaten in einem Einsatz an der Somme im Jahr 1916) geht SPIEGEL-Redakteur Klaus Wiegrefe den Fragen nach, wie es zu der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts kommen konnte und welche Bezüge sie zur Gegenwart hat. Der Artikel ist der Auftakt einer sechsteiligen Serie, die Wiegrefe und SPIEGEL-Redakteur Alfred Weinzierl entworfen haben. Der SPIEGEL wird darin die Folgen des Ersten Weltkriegs beschreiben, wie sie bis in die Gegenwart hinein nachwirken. »Die Reportagen aus dem Heute zeigen: Die Geschichte des Ersten Weltkriegs ist noch lange nicht vorbei«, sagt Weinzierl (zum Artikel ).

Dass es ihrem Gesprächspartner ernst ist mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, merkte SPIEGEL-Redakteurin Susanne Amann an einer Randbemerkung: Er sei nur noch bis Donnerstagabend für Rückfragen zu erreichen, sagte ihr einer der Manager, mit denen sie über neue Vaterrollen und den Wandel in Unternehmen sprach - danach sei Familienzeit, und er wolle nicht mehr gestört werden. Viele Männer mit Kindern fordern bei ihren Arbeitgebern Rücksicht auf familiäre Belange ein, für etliche Firmen eine neue Erfahrung. Amann und ihre Kollegin Simone Salden waren am Ende ihrer Recherchen überrascht, wie vielfältig, kreativ und flexibel Unternehmen inzwischen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse reagieren. »Da vollzieht sich ein Wandel, der die Arbeitskultur, aber auch das Familienbild verändert«, sagt Amann. »Auffällig ist, dass es häufig Männer mit einer erfolgreichen Frau sind, die Vorreiterrollen übernehmen« (zum Artikel ).

Mit knapp zwei Stunden Verspätung landete Nadeschda Tolokonnikowa zusammen mit Ehemann Pjotr Wersilow und Mitstreiterin Marija Aljochina am vergangenen Freitagmorgen am Moskauer Flughafen Wnukowo. Mehr als viereinhalb Stunden hatte der Flug UN 158 aus Sibirien gedauert, wo Tolokonnikowa in einem Straflager inhaftiert gewesen war. Die freigelassene Wortführerin der feministischen Aktionsgruppe Pussy Riot schnappte sich ihr Gepäck und wimmelte erst einmal drei Dutzend wartende Reporter ab. Dann setzte sie sich zu Matthias Schepp, dem Moskauer SPIEGEL-Korrespondenten, ins Auto. Tolokonnikowa und Schepp hatten sich bei einem Interview kennengelernt, das zu Beginn ihrer zweijährigen Haftstrafe schriftlich und über ihren Anwalt geführt wurde. »Ausnahmsweise habe ich mich über den Dauerstau in Moskau richtig gefreut«, sagt Schepp. »Wir konnten ausführlich und in Ruhe über alles reden« (zum Artikel ).

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