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Hausmitteilung Titel / Impfstoffreport / ewiges Leben / SPIEGEL BESTSELLER

aus DER SPIEGEL 14/2021
Fichtner, Schulz

Fichtner, Schulz

Foto: DER SPIEGEL

Chaostage hießen in früheren Zeiten die Treffen von Punks, die durch die Städte zogen, um den Staat herauszufordern. In diesen Coronazeiten führt der Staat selbst welche auf. Bund, Länder und Kommunen finden auch am Beginn der dritten Welle zu keiner einheitlichen Strategie gegen die Seuche, wie das Team um Reporter Thomas Schulz eindrücklich beschreibt. So schlittert Deutschland in unruhige Ostertage hinein, an denen trotz allem nicht aus dem Blick geraten sollte, dass Momentaufnahmen nie das ganze Bild zeigen. Für Schwarzmalerei nämlich bestehe kein Anlass, schreibt Reporter Ullrich Fichtner in seinem Titelessay. Der Menschheit gehe es heute besser als je zuvor, Fakten und Zahlen belegen das. Selbst der Kampf gegen den Klimawandel, der regelmäßig Untergangsfantasien auslöse, sei auf gutem Weg, berichtet Fichtner. Es gebe »handfeste Fortschritte bei der Rettung der Welt«. zum Artikel 

Während die ersten Bürger in Deutschland geimpft sind, haben viele Menschen in Afrika, Asien und Südamerika noch lange keine Aussicht auf Schutz. Das WHO-Projekt »Covax« soll das ändern. Zwei Milliarden Impfstoffdosen sollen in aller Welt verteilt werden. Ein Spiegel-Team um Laura Höflinger und Katrin Kuntz hat die Anstrengungen des Mammutprojekts verfolgt: vom Ursprung der Lieferkette in den Impfstofffabriken Indiens über die Logistikzentrale in Kopenhagen bis zu Empfängern in Malawi. »Covax hat sich eine logistische Jahrhundertaufgabe vorgenommen«, sagt Kuntz. Doch das Großprojekt stockt. Einer der größten Impfstoffhersteller der Welt, das indische Serum Institute, steht unter Druck, vorerst keine Vakzine zu exportieren, wie Höflinger erfuhr: »Das hätte fatale Folgen«, sagt sie, »63 Entwicklungsländer könnten auf Wochen hin leer ausgehen.« zum Artikel 

Über den eigenen Tod denkt niemand gern nach. Dennoch gehört eigentlich schon jetzt zu fast jedem Testament eine Antwort auf die Frage, wie mit dem digitalen Erbe zu verfahren sei. Redakteurin Julia Koch berichtet zum Beispiel über ein verstorbenes kleines Mädchen, das in Südkorea so realistisch digital reanimiert wurde, dass die Mutter, ausgerüstet mit einer VR-Brille, es quasi erleben konnte. »Wer stirbt, ist nicht offline«, sagt Koch. Auf Facebook etwa könnte es dereinst mehr Profile Verstorbener geben als von Lebenden. Aus den digitalen Spuren eines Lebens wie etwa Bildern, Videos oder Sprachnachrichten lasse sich ein virtuelles Abbild erschaffen, das als künstliche Intelligenz künftig sogar scheinbar eigenständig handeln könnte. »Jeder sollte sich überlegen, ob er das für sich oder seine Liebsten will«, so Koch. Eine kurze Umfrage im eigenen Familienkreis ergab: An einer virtuell wiedergeborenen Julia Koch bestünde wenig Interesse. zum Artikel 

Dem SPIEGEL liegt in dieser Ausgabe wieder das Kulturmagazin SPIEGEL BESTSELLER bei. Auf dem Titel: die 26-jährige Soulsängerin Celeste, mit ihrem Debütalbum »Not Your Muse« einer der Shootingstars des Jahres. Außerdem: Porträts von Bernardine Evaristo, mit ihrem Roman »Mädchen, Frau etc.« erste schwarze Booker-Prize-Trägerin, und von Literaturnobelpreisträger Kazuo Ishiguro, der sich in seinem neuen Buch mit der Frage beschäftigt, ob sich Menschen durch künstliche Wesen ersetzen lassen.

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