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Hausmitteilung Titel / Claudia Roth / Österreich

aus DER SPIEGEL 53/2020

Die Corona-Pandemie berührte in diesem Jahr das Leben von beinah jedem Menschen in Deutschland, sie veränderte unsere Gesellschaft auf eine so gravierende Weise, dass viele sie für die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg halten. Die Titelgeschichte dieser Ausgabe versucht, dem Ausmaß der Pandemie auf besondere Weise gerecht zu werden. Auf 44 Seiten schildern hundert Menschen in ihren eigenen Worten, was sie während der vergangenen zwölf Monate erlebt haben, wie Covid-19 ihr Leben geprägt hat. An den Corona-Protokollen arbeiteten 52 SPIEGEL-Kolleginnen und -Kollegen mit, die seit dem Frühling mit den Protagonisten Kontakt hielten. Koordiniert wurde das Projekt von Reporterin Britta Stuff, die selbst drei Menschen durch das Jahr begleitete: eine Krankenschwester in einem Altenheim, eine Mutter, die mit ihren drei Kindern in ein Frauenhaus flüchtete, und den Bestatter Dominik Kleinen aus Berlin, der sich nur schwer damit abfinden kann, dass er den Trauernden nicht mehr die Hand reichen darf, um sein Beileid zu bekunden. zum Artikel 

Weihnachten ist immer auch ein Fest, das einsam machen kann, und dies gilt in diesem Jahr, unter den Kontaktbeschränkungen des Shutdowns, mehr als sonst. Redakteurin Julia Amalia Heyer hat deshalb Claudia Roth, Bundestagsabgeordnete der Grünen und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, begleitet, denn Roth, kinderlos und nicht verheiratet, kämpft seit mehr als 30 Jahren auf eine sehr persönliche Art und Weise gegen das Alleinsein im Allgemeinen und zu Weihnachten. Roth verschickt Weihnachtskarten, aufwendig hergestellt, in großer Zahl – und alle selbst geschrieben. In diesem Jahr werden es etwa 2000 Karten sein, die Roth an Kolleginnen, Kollegen, Freunde, Verwandte, Bekannte verschickt haben wird. Die Karten sollen Beziehungen stärken und das Gefühl des Alleinseins während der Weihnachtszeit lindern. Das Schreiben ist ein Ritual, das Roth wichtig ist, und sie beginnt damit bereits im Sommer, damit sie vor Weihnachten fertig sein kann. Heyer erhielt ebenfalls eine Karte von Roth, darauf in pinker Schrift ein Aphorismus von Heinrich Böll. zum Artikel 

Am 2. November 2020 gegen 20 Uhr wurden in der Wiener Innenstadt innerhalb weniger Minuten vier Menschen erschossen. Der Attentäter war 20 Jahre alt, österreichischer Staatsbürger, Anhänger des IS, seine Familie stammt aus Nordmazedonien. Er wurde noch in der Nacht von der Polizei gestellt und getötet. Sein erstes Opfer war ebenfalls ein Muslim, 21 Jahre alt, und auch dessen Familie stammt aus Nordmazedonien und lebt ebenfalls in Österreich. Korrespondent Walter Mayr hat das Leben der beiden jungen Männer nachgezeichnet, er sprach mit Lehrern und Jugendfreunden, mit Fußballtrainern, Verwandten und militärischen Ausbildern. Am Ende seiner Recherche entstand das Sittenbild einer Gesellschaft, in der Einwandererkinder der zweiten und dritten Generation immer noch nach ihrem Platz suchen: »Die Geschichte der beiden«, so Mayr, »ist ein außergewöhnlich tragisches Beispiel dafür.« zum Artikel 

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