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Hausmitteilung Titel, Afghanistan, »Ku'dammraser«

aus DER SPIEGEL 36/2021
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Maurice Weiss / DER SPIEGEL

Titel

Seit 20 Jahren schreibt Dirk Kurbjuweit für den SPIEGEL über Angela Merkel, fast immer kritisch. Nur einmal war er gerührt: Im Juni 2011, als die Bundeskanzlerin vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama die Freiheitsmedaille überreicht bekam. Merkel sprach im Rosengarten des Weißen Hauses über ihre Zeit in der DDR, und allen Gästen und Journalisten wurde das Märchenhafte ihres Aufstiegs bewusst: Eine Frau aus dem Osten war eine Anführerin des Westens geworden. Nur eine Deutsche konnte diese Karriere hinlegen. Was Merkel daraus gemacht hat, analysiert Kurbjuweit in der Titelgeschichte. Diese gehört zu einem 34-seitigen Sonderteil, der sich den 16 Jahren Kanzlerschaft von Angela Merkel widmet. Zusammen mit Florian Gathmann sprach Kurbjuweit mit Michael Schindhelm, einem ihrer frühen Weggefährten, das Thema: ob und wie die Macht Merkel verändert hat. Christoph Hickmann blickt auf die Männer, die bei Wahlen oder parteiinternen Machtkämpfen gegen Merkel verloren haben, die Liste ist lang.

Foto: Lorraine Hellwig

Und in Wolfratshausen setzte sich Melanie Amann mit Edmund Stoiber zusammen, um mit ihm über das wohl wichtigste Frühstückstreffen der deutschen Politik zu sprechen, im Jahr 2002, bei dem Merkel ihrem Rivalen die Kanzlerkandidatur überließ. Das Ende ist bekannt: Er verlor – und sie gewann drei Jahre später die Wahl.

Afghanistan

Matthias Fiedler reiste vor rund zwei Jahren nach Afghanistan, um über einen Verein für Ringer in Kabul zu berichten, auf den ein Attentat verübt worden war. Während seines Aufenthalts traf er auch Spielerinnen der afghanischen Fußballnationalmannschaft. Die jungen Frauen beeindruckten Fiedler, weil sie trotz vieler Vorurteile und Anfeindungen ihrem Sport treu blieben. Nach der Machtübernahme der Taliban Mitte August wurden viele der Spielerinnen mit der Luftbrücke ausgeflogen. Aya Nouri, 23 Jahre alt, hatte weniger Glück, sie schaffte es nicht auf das Gelände des Flughafens und blieb zurück. Zusammen mit seiner Kollegin Marie-Julie May rekonstruierte Fiedler die dramatische Flucht der Sportlerinnen und sprach mit Nouri, die sich zurzeit bei Freunden versteckt, über das Leben unter der Herrschaft der Taliban und ihre Hoffnung, das Land doch noch zu verlassen. Um ihre Sicherheit nicht zu gefährden, wurde ihr Name geändert.

Foto: Julia Parker / DER SPIEGEL

Seit mehr als fünf Jahren sitzt der »Ku'dammraser« Hamdi H. im Gefängnis. Der damals 26-Jährige war an einem Autorennen mit tödlichem Ausgang beteiligt und wurde als erster Raser in Deutschland wegen Mordes verurteilt, ein wegweisendes Urteil. Mit der Presse hat H. nie gesprochen, bis jetzt. Britta Stuff hat H. mehrere Male im Gefängnis in Berlin besucht und einem Mann gegenüber gesessen, der von sich sagt, er sei kein Mörder. Yannick Ramsel begleitete den Sohn des Opfers: »Beide haben bis heute nicht mit der Tat abgeschlossen«, sagt Ramsel.

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