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Hausmitteilung Titel / Friedensmission / Gendergerechte Sprache

aus DER SPIEGEL 27/2021

Im Mai 2020 hatte der SPIEGEL in einer Titelgeschichte jene Ereignisse rekonstruiert, die in der chinesischen Stadt Wuhan zum Ausbruch der Coronapandemie geführt hatten. Die zentrale Frage ist allerdings bis heute ungelöst: Hat sich Sars-CoV-2 in der Natur entwickelt und ist dann auf den Menschen übergesprungen? Oder entstammt es einem Labor? Die Laborhypothese galt lange als Hirngespinst von Verschwörungstheoretikern, doch inzwischen schließen auch namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sie nicht mehr völlig aus. Wie es dazu kommen konnte und was dran ist an der Laborthese, dem ging ein Team um Redakteur Bernhard Zand nach . Chinakorrespondent Georg Fahrion recherchierte in Wuhan, seine Kolleginnen und Kollegen sprachen mit Experten und Internetdetektiven in den USA und Neuseeland sowie mit Wissenschaftlern in Deutschland und der Schweiz. »Der Ursprung des Virus schien lange eindeutig zu sein. Heute ist er es nicht mehr«, sagt Zand. »Allerdings gibt es keine Beweise, sondern nur Indizien.«

Bundeswehr-Familie

Laurenz, Stöhr

Laurenz, Stöhr

Foto: Lam Nguyen Tien

Die Friedensmission in Mali ist der gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Oberstleutnant Uwe Weber diente 133 Tage lang in dem westafrikanischen Land, seine Frau Stefanie blieb mit den beiden kleinen Töchtern zu Hause in Brandenburg. Über neun Monate hinweg begleiteten die Redakteurinnen Nike Laurenz und Maria Stöhr das Leben des Paares : per Telefon, Mail und Zoom, bei Kaffee und Kuchen im Garten. Laurenz und Stöhr trafen dabei auf zwei Menschen, die offen über ihre Belastungen sprachen. Und sie erlebten, wie die beiden ein erstaunliches Durchhaltevermögen entwickelten, auf unterschiedliche Art.

In eigener Sache

Seit anderthalb Jahren hat der SPIEGEL eine Leitlinie zum Thema gendergerechte Sprache, die in unseren publizistischen Standards festgelegt ist. Darin heißt es: »Das generische Maskulinum soll nicht mehr Standard sein. Alle streben an, in ihren Texten beide Geschlechter abzubilden.« Zum Beispiel, indem am Anfang eines Textes sowohl die männliche als auch die weibliche Form benutzt oder indem nach einer geschlechtsneutralen Variante gesucht wird. Das hat dazu geführt, dass sich die Sprache des SPIEGEL verändert hat, im Heft wie auf der Website ist vermehrt von Politikerinnen und Politikern die Rede, von Lehrenden und Pflegekräften. Nach ausführlicher Diskussion in der Redaktion legen wir nun konkret fest, wann Genderzeichen verwendet werden. Das Ziel ist eine Sprache, die mit der Zeit geht, die fair, lesbar und schön ist, ohne dogmatisch und moralisierend zu wirken.

Genderzeichen sollen die Ausnahme bleiben, wir nutzen sie vor allem dort, wo wir mit jüngeren Leserinnen und Lesern in Kontakt sind, auf Instagram oder in unserer Start-Rubrik, zudem in sehr persönlichen Meinungsbeiträgen, bei externen Autorinnen und Autoren oder in Interviews, wenn die Befragten Wert darauf legen. Wenn Genderzeichen zum Einsatz kommen, dann soll dies in Form des Doppelpunkts geschehen. Er hat den Vorteil, dass er sich besser ins Schriftbild einfügt als das Binnen-I oder der Genderstern. Auf Genderzeichen verzichten wir grundsätzlich überall dort, wo der SPIEGEL als Institution der Absender ist: also in allen Meldungen, Analysen, Nachrichtengeschichten und Reportagen und im Leitartikel.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, zu lernen, wie sich eine gendergerechte Sprache im Alltag umsetzen lässt. Wir würden daher gern von Ihnen wissen, wie Sie dazu stehen, und begleiten die Einführung unseres neuen Leitfadens mit regelmäßigen Umfragen.

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