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Hausmitteilung Titel, IS, Guantanamo

aus DER SPIEGEL 15/2016

In Deutschland werden jeden Tag etwa 725 Wohnungen gebaut. Das ist zwar mehr als in den Jahren zuvor, genügt aber bei Weitem nicht, um die Nachfrage zu befriedigen. Vor allem in den Großstädten fehlen Unterkünfte, die bezahlbar sind. Niedrigverdiener, Arbeitslose, Studenten und Rentner konkurrieren um das Angebot, das durch die Ankunft der Flüchtlinge noch knapper geworden ist. Titelautor Alexander Jung hat beobachtet, wie sich in den Metropolen der Verteilungskonflikt zuspitzt: »Aus dem Wohnungsmangel ist echte Wohnungsnot geworden«, so sein Eindruck. Jung traf Polizisten, die täglich stundenlang pendeln, weil die Stadt zu teuer für sie ist. Sozialarbeiter erzählten ihm von Wut, Verzweiflung und Neid der Klienten. Und der Mangel an Wohnraum ist nicht das einzige Problem: Wer endlich eine Wohnung findet, wohnt meist nicht schön, sondern eng. Wie sich so ein Leben anfühlt, zeigt der SPIEGEL auf vier verschiedenen Titeln, mit denen diese Ausgabe erscheint. zum Artikel 

Es waren schlichte Fragen, die Katrin Kuntz erneut in den Nordirak geführt haben. Vor rund 20 Monaten hatte der IS Tausende Jesidinnen verschleppt und als Sexsklavinnen missbraucht. Es war absehbar, dass bei den Vergewaltigungen Kinder gezeugt werden. Welches Verhältnis haben diese Frauen zu ihren Babys? Wie verhalten sich die Familien der Frauen? Und wie die jesidische Gesellschaft? Kuntz recherchierte in Flüchtlingslagern im Nordirak, in jesidischen Dörfern, sprach mit Frauen, die gegen ihren Willen schwanger geworden waren, mit Ärzten und Therapeuten, die sie nun betreuen und versuchen, den ungewollten Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Warum viele dieser Kinder zur Adoption freigegeben werden, warum sie niemals erfahren sollen, wer ihre Mutter, ihr Vater war, erzählt Kuntz hier 

Kuntz mit jesidischer Mutter

Kuntz mit jesidischer Mutter

Foto: MARIA FECK / DER SPIEGEL

In eigener Sache: Die Berichterstattung von Claas Relotius steht nach SPIEGEL-Recherchen unter dem Verdacht weitgehender Fälschungen und Manipulationen durch den Autor. (mehr dazu hier: http://www.spiegel.de/relotius) Der SPIEGEL geht allen Hinweisen nach und lässt die Artikel bis zu einer weitgehenden Klärung der Vorwürfe unverändert im Archiv, auch um transparente Nachforschungen zu ermöglichen. Wir bitten um Hinweise an hinweise@spiegel.de 

Als Barack Obama wieder einmal ankündigte, das Gefangenenlager in Guantanamo schließen zu lassen, war Claas Relotius zufällig in Guantanamo und sah den Präsidenten im Fernsehen. Relotius war nach Kuba gereist, um besser zu verstehen, wieso ein Inhaftierter, seit 14 Jahren unschuldig eingesperrt an diesem fürchterlichen Ort, seine Freiheit am Tag seiner Entlassung so sehr fürchtet, dass er sich ihr verweigert und in seine Zelle zurückkehrt. Mit Mohammed Bwasir selbst konnte Relotius nicht sprechen, aber es gibt Menschen, die Bwasir eine Stimme geben: sein Anwalt in Atlanta, sein Bruder im Jemen, frühere Zellennachbarn. Relotius sprach mit ihnen, sah Akten und persönliche Briefe ein, um Bwasirs Leidensweg nachvollziehen zu können. »Es ist ein erschütterndes Martyrium, das Bwasir überstanden hat, nur um dann vor der Freiheit zu kapitulieren«, sagt Relotius. zum Artikel 

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