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Hausmitteilung Titel, Medikamentenskandal, Vergewaltigung

aus DER SPIEGEL 27/2016
Kuntz in Edinburgh

Kuntz in Edinburgh

Foto: Jeremy Sutton-Hibbert / Der Spiegel

Der Brexit, der Ausstieg Großbritanniens aus dem Projekt Europa, hinterlässt die Verantwortlichen fassungslos, entsetzt, ratlos. Wie geht es weiter mit Europa? Wie realistisch ist die Hoffnung von EU-Gegnern in den Niederlanden, in Frankreich oder Deutschland, die Krise mit weiteren Referenden zu verschärfen? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen den Wutbürgern Europas und Donald Trumps Erfolgen in den USA? Ein Team vonSPIEGEL-Redakteuren suchte nach Antworten, in Brüssel, London, Paris und anderswo. Susanne Koelbl traf in Den Haag den niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders, der vom »Nexit« träumt, Marc Hujer befragte einen triumphierenden Ukip-Chef Nigel Farage. Währenddessen erlebte Katrin Kuntz in Edinburgh die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon kämpferisch-zuversichtlich. Kuntz, sagte die Politikerin, solle in Deutschland verbreiten: Sie, Sturgeon, werde alles tun, um Schottland in der EU zu halten. zum Artikel 

Ludwig, Schweppe

Ludwig, Schweppe

Foto: ULRIKE SCHACHT / DER SPIEGEL

Bei dem Wort »Medikamentenskandal« denken die meisten Deutschen bis heute an Contergan: Bis Anfang der Sechzigerjahre kamen rund 5000 missgebildete Kinder zur Welt, deren Mütter das Schlafmittel in der Schwangerschaft eingenommen hatten. Kaum weniger Leid sollte indes das Hormonpräparat Duogynon verursacht haben, das bis in die Siebzigerjahre als Schwangerschaftstest verwendet wurde: Frauen, denen das Präparat von ihrem Arzt verschrieben worden war, gebaren tote oder behinderte Babys. Seit Jahrzehnten verlangen die Betroffenen Aufklärung, zunächst vom Hersteller Schering, dann vom Bayer-Konzern, der Schering übernommen hat. Seit sechs Jahren verfolgt SPIEGEL-Redakteur Udo Ludwig ihren Kampf. Nun sind im Berliner Landesarchiv firmeninterne Dokumente aufgetaucht. Gemeinsam mit SPIEGEL-Mitarbeiter Christian Schweppe sichtete Ludwig rund 7000 Seiten. »Es wird deutlich, dass Schering seinerzeit bewusst war, wie problematisch Duogynon war«, sagt Ludwig. »Man fragt sich, warum Bayer es trotzdem so vehement ablehnt, sich mit den Betroffenen an einen Tisch zu setzen.« zum Artikel 

Backes

Backes

Foto: ULRIKE SCHACHT / DER SPIEGEL

Die Sprecherin der Linksjugend, Selin Gören, wird von Rechten und Linken ebenso verurteilt wie von Fremden und Freunden, aus ganz unterschiedlichen Motiven: Die Mannheimerin war im Januar von Migranten vergewaltigt worden, hatte der Polizei aber zunächst nur erzählt, sie sei bestohlen worden – von Männern, die deutsch gesprochen hätten. SPIEGEL-Redakteurin Laura Backes wollte verstehen, warum die junge Frau so gehandelt hat – und schrieb ihr eine Facebook-Nachricht. Gören schrieb noch am selben Tag zurück. Gleich beim ersten Telefonat sagte sie: »Ich habe nur geantwortet, weil ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, jemand interessiert sich für meine Motive.« Auch wenn es ihr schwerfalle, Görens Begründung zu folgen, sagt Backes, finde sie es bewundernswert mutig, mit so einer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. zum Artikel 

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