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Hausmitteilung Titel, Osteuropa, Gisela Friedrichsen

aus DER SPIEGEL 40/2016
Darnstädt in Nürnberg

Darnstädt in Nürnberg

Foto: Memorium Nürnberger Prozesse

Thomas Darnstädt, Jurist und Autor, hat schon viele Gerichtssäle gesehen – doch Raum 600 im Justizgebäude des Landgerichts Nürnberg-Fürth war für ihn der historisch bedeutendste. In diesem Raum wurde der Prozess gegen die Verbrecher des NS-Regimes geführt, etwa Hermann Göring, Joachim von Ribbentrop; und am 1. Oktober vor 70 Jahren wurden die Urteile verkündet. Konstrukteur dieser damals neuartigen Prozessform war der Amerikaner Robert H. Jackson – in Darnstädts Augen ein Mann, ohne den Deutschland heute anders aussähe. Denn Jackson verhinderte Stalins Idee, Millionen deutscher Männer als Zwangsarbeiter zu deportieren, in die von Hitler zerstörten Länder – Jackson aber wollte Gerechtigkeit vor der Welt. So wurde Nürnberg zur Blaupause für Den Haag. Jackson schrieb Tagebuch; bislang waren die Aufzeichnungen unveröffentlicht. Doch Darnstädt konnte sie einsehen und in seinem Report wie auch für sein Buch »Nürnberg. Menschheitsverbrechen vor Gericht 1945« (Piper Verlag) verwenden. Jacksons Initiative erscheint heute aktueller denn je, denn friedlicher ist die Welt nicht geworden. Wie mit Kriegen und Kriegsverbrechern umzugehen sei, beleuchtet Dirk Kurbjuweit in einem Essay.Zum Artikel 

Kermani, Michnik

Kermani, Michnik

Foto: MILOS DJURIC / DER SPIEGEL

Navid Kermani, Schriftsteller und Orientalist, ging für den SPIEGEL bereits mehrfach auf Reisen: Kermanis erste Reportage führte ihn in den vom Bürgerkrieg zerrissenen Irak, seine zweite von Budapest über Lesbos bis nach Assos in der Türkei – ein Trip auf der Balkanroute der Flüchtlinge, nur in umgekehrter Richtung. Nun die dritte Tour, gen Osten. Kermani reiste nach Schwerin, wo er eine AfD-Veranstaltung besuchte, fuhr über Polen und Weißrussland in die Ukraine – eine Reportage von den Rändern der westlichen Welt, die der SPIEGEL, beginnend in dieser Ausgabe, in vier Teilen druckt. Unterwegs sprach Kermani mit Bürgern, Politikern, Intellektuellen, und in Polen traf er Adam Michnik, einst Berater von Solidarność und der wohl bekannteste Intellektuelle im Nachbarland. »Ein Held«, sagt Kermani. »Von ihm jetzt umarmt zu werden, das war schon sehr besonders.« Zum Artikel 

Friedrichsen

Friedrichsen

Foto: WOLFGANG MARIA WEBER

Sie kam im Jahr des Mauerfalls zum SPIEGEL, und sie warf sich, kaum hatte sie ihr Büro bezogen, in die Arbeit. Sie schrieb über den Prozess gegen Erich Honecker, und seitdem hat sie über zahllose, oft aufsehenerregende Verfahren berichtet: Gisela Friedrichsen. Doch es waren nicht nur die spektakulären Fälle, denen sie sich zuwandte; ihre Aufmerksamkeit galt auch kleinen Provinzprozessen und -possen, die sie mit genauem Blick und entschlossenem Urteil schilderte. Für die Geschichte in dieser SPIEGEL-Ausgabe fuhr Friedrichsen nach München, sie schildert Beate Zschäpes Auftritt und Aussage im NSU-Prozess, und mit diesem Text nimmt die Autorin Abschied. »Der SPIEGEL lebt von der Leidenschaft seiner besten Leute«, sagt Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. »Gisela Friedrichsens Schaffenskraft, Mut und Urteilsvermögen sind ein Vorbild für alle, die ihr nachfolgen.« Zum Artikel 

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