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Hausmitteilung Titel, SPIEGEL WISSEN, Ditib, Terror

aus DER SPIEGEL 8/2017

Von außen macht Impossible Foods nicht viel her: ein Firmengelände, schmucklos die Halle, gelegen am Rand von Redwood City nahe San Francisco – und doch wird hier das Essen der Zukunft erfunden. Aus den Laboren der Firma kommt ein pflanzliches Fleisch, das ohnegleichen ist. »Die Lebensmittelchemiker dort haben Fleisch bis auf Molekülebene analysiert und es aus pflanzlichen Bestandteilen genau nachgebaut«, sagt Philip Bethge, der zusammen mit den Kollegen Jens Glüsing und Bernhard Zand die Titelstory dieser Woche geschrieben hat, »und zwar so perfekt, dass das pflanzliche Fleisch von echtem Hack nicht zu unterscheiden ist, der Geschmack, der Geruch, die Fettanteile, die Bräunungsgrade.« Dies könnte, so Bethge, der Weg sein, der aus der Klemme führt: Die Fleischproduktion der Welt ruiniert das Klima, belastet den Planeten. Der Appetit auf Steak und Wurst ließe sich überlisten: In der Testküche von Impossible Foods wurde Bethge ein Fake-Burger serviert, medium. »Es schmeckte lecker und vor allem wie ein normaler Hamburger«, sagt Bethge  (zum Artikel ). Dass Pflanzen-Fleisch designt wird, ist kein Zufall – unsere ganze Ernährung ist im Umbruch. Von Veganismus bis Heilfasten – alle möglichen Moden und Richtungen werden ausprobiert, oft mit zweifelhaftem Erfolg. Was ist wissenschaftlich erforscht, und wo beginnt der Hype? Die neue Ausgabe von SPIEGEL WISSEN erzählt von Diäten und Darmflora und beschreibt das Geschäft mit Biolebensmitteln. Sie erscheint am kommenden Dienstag.

Der Verdacht: Imame des türkischen Moscheeverbands Ditib spähen hierzulande politische Gegner aus – professionell, mit geheimdienstlichen Methoden. Als Gegner gelten vor allem die Anhänger des islamistischen Predigers Fethullah Gülen. Nun ist das Ausspionieren politischer Opponenten in Deutschland illegal; auch kein Moscheeverband sollte sich geheimdienstlicher Methoden bedienen. Doch genau das geschah offenbar, wie ein Team des SPIEGEL herausfand, in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Belgien und den Niederlanden. Die vermeintlichen Gülen-Anhänger wurden ausgeforscht und denunziert. Heikel für Berlin: Der Ditib ist ein Partner im Dialog mit den in Deutschland lebenden Muslimen. zum Artikel 

Relotius

Relotius

In eigener Sache: Die Berichterstattung von Claas Relotius steht nach SPIEGEL-Recherchen unter dem Verdacht weitgehender Fälschungen und Manipulationen durch den Autor. (mehr dazu hier: http://www.spiegel.de/relotius) Der SPIEGEL geht allen Hinweisen nach und lässt die Artikel bis zu einer weitgehenden Klärung der Vorwürfe unverändert im Archiv, auch um transparente Nachforschungen zu ermöglichen. Wir bitten um Hinweise an hinweise@spiegel.de 

Ein Video ging um die Welt, ein Video aus dem Nordirak. Es zeigt einen Jungen mit einer Sprengstoffweste um den Bauch, schreiend steht er auf einer Straße in der Stadt Kirkuk, Soldaten halten ihn fest. Er drohte sich vor einer schiitischen Moschee in die Luft zu sprengen, um so viele Moscheebesucher wie möglich mit in den Tod zu reißen. Warum aber hatte Nadim seine Bombe nicht gezündet? Was hatte ihn, möglicherweise, im letzten Moment abgehalten? SPIEGEL-Mitarbeiter Claas Relotius konnte Nadim im Hochsicherheitsgefängnis der Stadt Dschamdschamal besuchen. Vor dem Treffen war Relotius sich unsicher darüber, wie man einem Zwölfjährigen Beinahe-Täter begegnen sollte. Vielleicht wären Mitbringsel ein guter Anfang? Relotius und sein Übersetzer kauften Orangen und vier Tafeln Schokolade; Wärter nahmen ihnen die Sachen noch am Gefängniseingang ab. »Terroristen«, sagte einer, »verdienen keine Süßigkeiten.« zum Artikel 

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