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Hausmitteilung Titel, Ukraine, Habeck, Finnland

aus DER SPIEGEL 4/2022

Titel

Wird Russland in die Ukraine einmarschieren? Wie könnte der Westen reagieren? Und was bedeutet das für die Menschen vor Ort? Ein großes SPIEGEL-Team hat in Berlin, Washington, Moskau, Kiew und Charkiw in der Ostukraine recherchiert, um diese Fragen zu beantworten. Christian Esch, Büroleiter des SPIEGEL in Moskau, hat dafür mit drei Putin-Expertinnen per Videochat über die möglichen Pläne des russischen Präsidenten diskutiert. Unter ihnen war Nina Chruschtschowa, Enkelin des ehemaligen sowjetischen Staatschefs Nikita Chruschtschow, die in New York Internationale Politik lehrt. In Kiew traf Esch zudem Olexij Danilow, den Sicherheitsberater von Präsident Selenskyj. Danilows Einschätzungen finden sich in einem Artikel, der beschreibt, wie gut – oder besser wie schlecht – die ukrainische Armee auf einen möglichen Angriff Russlands vorbereitet ist.

Ukraine

Charkiw ist die zweitgrößte Stadt in der Ukraine, sie liegt im Osten des Landes, unweit der Grenze zu Russland und sie gilt als zerrissene Stadt. Hier leben Russen, Ukrainer und Flüchtlinge aus den Separatistengebieten zusammen, an kaum einem anderen Ort sind die inneren Konflikte des Landes besser zu beobachten. SPIEGEL-Redakteurin Lina Verschwele traf drei Frauen in Charkiw, die auf sehr unterschiedliche Weise auf die Kriegsgefahr reagieren: Eine bereitet sich auf die Flucht vor, eine zieht sich in die Erinnerung an die Vergangenheit zurück, eine fragt sich, ob die Bevölkerung der Ukraine jemals wieder zusammenfindet. Verschwele glaubt, »dass dies, wenn es überhaupt gelingen sollte, sehr schwierig werden wird«.

Habeck

In der kommenden Woche wird Robert Habeck, Minister für Wirtschaft und Klimaschutz, den Jahreswirtschaftsbericht vorlegen, gewöhnlich ist das ein mäßig interessanter Termin. Doch dieses Mal wird es anders sein, denn Habeck wird ausführlich darüber sprechen, wie er Wachstum und Fortschritt definieren will, welche Maßstäbe künftig für den Wohlstand in Deutschland gelten sollen. Über diese Vorhaben und seine Konsequenzen sprach Habeck mit den SPIEGEL-Redakteuren Martin Knobbe und Gerald Traufetter in seinem Büro, dem man ansieht, dass Habeck noch nicht lange im Amt ist. Die schwere Couchgarnitur ist noch von seinem Vorgänger Peter Altmaier, Habeck hatte auch noch keine Zeit, sich eigene Kunst an die Wand zu hängen. Dankbar sei er für die Dusche, sagte Habeck, die sein Vorvorgänger Philipp Rösler einbauen ließ. So könne er ab und an mal fünf Kilometer joggen gehen. Über Habecks Reform des Jahreswirtschaftsberichts sagt Traufetter: »In der Wirtschaft wird er sich damit nicht nur Freunde machen.«

Finnland

Foto: Juuso Westerlund / DER SPIEGEL

Das weltweit erste Endlager für hoch radioaktiven Müll liegt in Finnland, die Fahrt hinab dauert etwa zehn Minuten, dann endet der Zugangstunnel in einer geräumigen Halle, in der Nähe der Stollen, in denen ab dem Jahr 2025 die Brennstäbe aus finnischen Atomreaktoren des Landes gelagert werden sollen. Wenige Kilometer entfernt liegt die Kleinstadt Eurajoki, wo die Mehrheit der Einwohner das Endlager begrüßt. Warum das so ist, warum ausgerechnet die Finnen als erste Nation ein Endlager für hoch radioaktiven Müll in Betrieb nehmen werden, recherchierte SPIEGEL-Reporter Uwe Buse in Eurajoki und in Finnlands Hauptstadt Helsinki: »Finnlands Konsenskultur, Vertrauen in die Institutionen, geschickte Öffentlichkeitsarbeit des Bauherrn sind wichtige Mosaiksteine, wenn man den Erfolg der Finnen verstehen will.«

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