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AUSLÄNDER Tod in Halle

aus DER SPIEGEL 5/1999

Der Selbstmord eines Inders in der sachsen-anhaltinischen Jugendhaftanstalt Halle bringt die Landesregierung von Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) unter Druck. Der Häftling Balvinder Cheema hatte sich in der Nacht zum 14. November vorigen Jahres erhängt. Am 20. September war Cheema in einem Asylbewerberheim in Halle ohne Papiere festgenommen worden. Er gab an, er sei 16 Jahre alt und mit Hilfe eines Schleusers in die Bundesrepublik eingereist. Einen Tag später erwirkte die Ausländerbehörde beim Amtsgericht in Halle die Unterbringung in Abschiebehaft. Die Inhaftierung war jedoch rechtswidrig, wie die Landesregierung inzwischen eingeräumt hat, da der Flüchtling erklärt hatte, er wolle Asyl beantragen. Auch einen Rechtsbeistand hatte der nur seiner Regionalsprache mächtige Cheema nicht erhalten. Die PDS will die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses verlangen.

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