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MAFIA-MORD Tödliche Taufe

aus DER SPIEGEL 36/2007

Bei dem sechsfachen Mord von Duisburg sind möglicherweise Top-Leute der Mafia getötet worden. Dafür könnte nach Ansicht von Experten ein Heiligenbild des Erzengels Gabriel sprechen, dessen Gesicht verbrannt war - eine solche Karte war bei einem der Opfer gefunden worden. Das Verbrennen solcher Bilder ist üblicherweise Höhepunkt einer traditionellen Mafia-Taufe, wie sie vermutlich in dem Lokal Da Bruno nahe dem Tatort stattgefunden hatte. Dabei wird, meist an einem kirchlichen Feiertag, der Anwärter von Clan-Mitgliedern empfangen. Die sechs Italiener wurden an Mariä Himmelfahrt erschossen, kurz nach Verlassen des Lokals. Die Aufnahme in einen Clan findet mit einem traditionellen Ritual unter Aufsagen von Beschwörungsformeln statt. Während das Heiligenbild verbrannt wird, schwört der Novize, den Clan nie zu verraten. Und um dieses Initiationsritual abzuhalten, bedarf es in der Regel mehrerer hochrangiger Mitglieder der 'Ndrangheta, wie die Mafia in Kalabrien heißt. Bei der Suche nach den wohl zwei Tätern fahndet die Polizei unterdessen nach Giovanni Strangio, 28, vermutlich ein Verwandter der im Dezember 2006 im Rahmen von Mafia-Kriegen in San Luca getöteten Maria Strangio. Er saß bis Mitte dieses Jahres in Italien in Haft, weil er mit einer Schusswaffe zur Beerdigung der Frau gekommen war. Nach seiner Entlassung zog er ins rheinische Kaarst.

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