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NIEDERLANDE Tödliche Versäumnisse

aus DER SPIEGEL 37/2006

Knapp ein Jahr nach der schweren Brandkatastrophe am Amsterdamer Flughafen Schiphol bringt das Unglück die konservative Regierung in Den Haag in Bedrängnis. Der Tod von elf Abschiebehäftlingen, die in ihren verschlossenen Zellen verbrannten, versetzt gleich drei Minister in Rechtfertigungsnöte: Im Flughafenknast wurden nicht nur Gesetze missachtet und Vorschriften umgangen, es war nicht einmal die Genehmigung für den Betrieb des Abschiebegefängnisses eingeholt worden. Auch war das Personal nicht fachgerecht auf eine Feuerkatastrophe vorbereitet. Weil Brandtüren nicht geschlossen waren, konnten sich die Flammen ungehindert ausbreiten. Die Häftlinge wurden regelrecht im Stich gelassen: Keiner der Sicherheitsleute war anwesend, als das Feuer ausbrach. Die schweren Anschuldigungen treffen vor allem Justizminister Piet Hein Donner aus der Partei von Premier Jan Peter Balkenende sowie Bauministerin Sybilla Dekker. Die Opposition greift aber auch die umstrittene Ministerin für Einwanderung Rita Verdonk scharf an, die behauptet hatte, die Sicherheitsleute hätten »adäquat« reagiert.

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